Mehr Geld fr Opferschutz in Frauenberatungsstellen!

Das Amstett­ner Bei­spiel zeigt, wie grau­sam und ver­bre­che­risch ein
Fami­li­en­pa­tri­arch agie­ren – und gleich­zei­tig als geach­te­ter Brger gel­ten
kann. Es ist ein Fall von extre­mer jah­re­lan­ger Gewalt­aus­bung und in die­ser
Form wohl usserst sel­ten. Sexua­li­sier­te Gewalt gegen Frau­en und Kin­der ist
jedoch kei­nes­wegs sel­ten, und beson­ders hufig stammt der – fast immer
mnn­li­che – Tter aus dem Fami­li­en- oder Bekann­ten­kreis.
Dun­kel­zif­ferscht­zun­gen gehen davon aus, dass etwa jede 3. Frau mit
Gewalt­er­fah­run­gen fer­tig wer­den muss. Wobei am Bei­spiel von Frau Eli­sa­beth
F. klar wird, dass sie nicht nur Opfer son­dern auch Hel­din ist, denn es ist
eine enor­me Leis­tung, der­ar­ti­ge Gewalt zu ber­le­ben und in einer sol­chen
Situa­ti­on Kin­der auf­zu­zie­hen.

Die Fra­ge ist nun: wird in ster­reich genug dafr getan, dass Frau­en und
Kin­der gestrkt und gescht­zt wer­den oder ent­spre­chen­de Unterst­tzung zur
Bewl­ti­gung von Gewalt­er­leb­nis­sen bekom­men?

Die gute Nach­richt: ster­reich verfgt ber ein vor­bild­li­ches
Gewalt­schutz­ge­setz und zahl­rei­che Opfer­schutz­ein­rich­tun­gen:
Gewalt­schutz­zen­tren, Not­ru­fe, Frau­en­hu­ser, Frau­en- und
Mdchen­be­ra­tungs­stel­len.

Die schlech­te Nach­richt: die meis­ten die­ser Ein­rich­tun­gen wer­den finan­zi­ell
usserst knapp gehal­ten und knnen wegen man­geln­der Per­so­nal­ka­pa­zitt
wesent­lich weni­ger Betreu­ungs­ar­beit leis­ten als not­wen­dig wre. Die
Frau­en­mi­nis­te­rin, die Bera­tungs­stel­len und Not­ru­fe sub­ven­tio­niert, verfgt
bei­spiels­wei­se ledig­lich ber ein Bud­get von 4 Mil­lio­nen Euro zur
Unterst­tzung smt­li­cher ster­rei­chi­schen Frau­en­ein­rich­tun­gen.

Dr. Mari­on Brei­ter vom Netz­werk ster­rei­chi­scher Frau­en- und
Mdchen­be­ra­tungs­stel­len beschreibt die Pro­ble­ma­tik: „In unse­ren
Bera­tungs­stel­len mel­den sich regel­mig viel mehr Frau­en und Mdchen als
sofort betreut wer­den knnen. Denn die Bera­tungs­stel­len haben einen sehr
guten Ruf: sie bie­ten enga­gier­te und kom­pe­ten­te psy­cho­so­zia­le Betreu­ung ohne
bro­kra­ti­schen Auf­wand, und die Rat­su­chen­den knnen anonym blei­ben. Das ist
sehr wich­tig, weil die­se meist trotz allem ihre Fami­lie scht­zen wol­len oder
vom Tter ein­geschch­tert wor­den sind. Aber die Orga­ni­sa­tio­nen lei­den alle
unter chro­ni­schem Geld­man­gel – es gibt zu gerin­ge Basis­sub­ven­tio­nen, und
vie­le Ein­rich­tun­gen mssen jedes Jahr um ihr ber­le­ben kmp­fen.“

Aus die­sem Grund for­dert das Frau­en­be­ra­tungs-Netz­werk seit Jah­ren eine
bes­se­re finan­zi­el­le Absi­che­rung der Bera­tungs­ein­rich­tun­gen. Umfas­sen­der
nie­der­schwel­li­ger Opfer­schutz, der prven­tiv wirkt oder ber­le­ben­de von
Gewalt kom­pe­tent unterst­tzt, kos­tet Geld – das soll­te es uns jedoch sowohl
aus men­schen­recht­li­cher und letzt­lich sogar aus kono­mi­scher Sicht wert
sein! Denn Prven­ti­on und unterst­tzen­de Bera­tung bei „Frher­ken­nung“ von
Gewalt­ta­ten sind in jeder Hin­sicht wesent­lich gns­ti­ger als die Auf­ar­bei­tung
von lang­wie­ri­gen bru­ta­len Kri­mi­nal­fl­len. Das Netz­werk for­dert daher einen
Bun­des-Frau­en-Fonds von 100 Mil­lio­nen Euro fr Opfer­schutz, Bera­tung und
Bil­dung in Frau­en- und Mdchen­ein­rich­tun­gen. Im Wahl­pro­gramm der SP 2006
war ein sol­cher Fonds ange­kn­digt. (apa)

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