„Befreiung“ nur am Papier?

Johan­na Stru­be (61) aus dem Bezirk Baden ist eine selbstndi­ge Geschfts­frau, ver­si­chert bei der SVA, der gewerb­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rungs­an­stalt. Mit­te 2006 erkrank­te sie an Krebs. Ver­dienst­ent­gang inklu­si­ve. Die SVA ver­rech­net ihren Ver­si­cher­ten prin­zi­pi­ell 20 Pro­zent Eigen­kos­ten­an­teil an allen Behand­lun­gen.

Davon wur­de Johan­na Stru­be von Mit­te 2006 bis Ende 2007 befreit. Wir wol­len unse­ren Ver­si­cher­ten in einer schwe­ren Zeit hel­fen, sagt die zustndi­ge Frau Koma­der von der SVA.

Doch das bse Erwa­chen fr Johan­na Stru­be kam spter. Vor kur­zem, die Geschfts­frau ist jetzt wie­der gesund, flat­ter­te ihr eine Rech­nung der SVA ins Haus. Ins­ge­samt soll sie nun 409 Euro Selbst­be­halt fr Leis­tun­gen bezah­len, die sie im Erkran­kungs- und Befrei­ungs­zeit­raum, also von Mit­te 2006 bis Ende 2007, in Anspruch genom­men hat­te.

Begrn­dung der SVA: Die­se Leis­tun­gen wur­den von den zustndi­gen Stel­len erst nach 2007 mit der Kran­ken­kas­se ver­rech­net. Frau Koma­der: Alle unse­re Ver­si­cher­ten bekom­men ein Infor­ma­ti­ons­blatt, aus dem klar her­vor­geht, dass alle Leis­tun­gen, die erst nach Ablauf des Befrei­ungs­zeit­rau­mes ver­rech­net wer­den, zu bezah­len sind.

Das will Johan­na Stru­be nicht ver­ste­hen. Ich bin davon aus­ge­gan­gen, dass ich die Behand­lun­gen, die ich im Befrei­ungs­zeit­raum hat­te, nicht bezah­len muss. Was kann ich dafr, wenn man­che Stel­len erst so spt mit der Kran­ken­kas­se ver­rech­nen?

Fr die SVA sieht das anders aus: Wir wol­len gewhr­leis­ten, dass whrend der krank­heits­be­ding­ten Ein­schrn­kung der Erwerbst­tig­keit fr unse­re Ver­si­cher­ten kei­ne Rech­nun­gen anfal­len. Jetzt ist die Frau wie­der gesund, voll erwerbst­tig, und kann daher zah­len.

Fazit: Man­che Ein­rich­tun­gen ver­rech­nen erbrach­te Leis­tun­gen tat­schlich erst sehr spt im Nach­hin­ein, Spit­ler brau­chen dazu manch­mal bis zu zwei Jah­re! Nun fal­len whrend der Krank­heits­pha­se natrlich beson­ders vie­le Behand­lun­gen an, die vom Ver­si­cher­ten dann letzt­end­lich doch jeden­falls zum Teil per Selbst­be­halt bezahlt wer­den mssen.

Johan­na Stru­be bleibt jetzt nur der Weg zum Ombuds­mann der SVA. Zur RUNDSCHAU sagt sie: 409 Euro Nach­ver­rech­nung sind nicht exor­bi­tant hoch, jeden­falls nicht fr mich, aber sicher fr man­che ande­re. Ich mch­te mei­nen Fall ffent­lich machen, um ande­re Gewer­be­trei­ben­de auf die­se Fal­le bei der SVA auf­merk­sam zu machen.

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