Brot um 30 Cent, wo gibts das?

Ein Teil des SOMA-Teams in Wr. Neustadt. Links Projektleiterin Mag. Claudia Schrner.

Brot um 30 Cent. Joghurt um 10 Cent. Kren im Glas um 20 Cent. Ein­ein­halb Liter Krut­er­si­rup um 1,50 Euro. Sol­che Prei­se gibt es der­zeit nir­gend­wo – auer im Sozi­al­markt. Die so genann­ten Soma-Mrk­te bie­ten gns­ti­ge Ein­kaufsmglich­kei­ten fr sozi­al schwa­che Men­schen. Die RUNDSCHAU hat sich umge­se­hen, wie der Sozi­al­markt in Wr. Neu­stadt funk­tio­niert.

In den Sozi­alm­rk­ten wer­den Pro­duk­te ange­bo­ten, die anders­wo nicht ver­kauft wer­den konn­ten, deren Ver­pa­ckung besch­digt wur­de oder deren Datum bald abluft. Die Prei­se betra­gen ein Drit­tel des Han­dels­bli­chen.

In Wr. Neu­stadt gibt es seit Ende 2006 einen von der Volks­hil­fe betrie­be­nen Soma-Markt. Er ist gekop­pelt an ein Beschfti­gungs­pro­jekt des AMS. Pro­jekt­lei­te­rin ist Mag. Clau­dia Schrner. Ihr sind der­zeit fnf lang­zeit­ar­beits­lo­se Tran­sit­ar­beits­krf­te unter­stellt. Sie sol­len nach einem Jahr in den regul­ren Arbeits­markt ein­ge­glie­dert wer­den. Bei uns sind vor­wie­gend Frau­en mit Betreu­ungs­pflich­ten beschftigt, sagt Clau­dia Schrner der RUNDSCHAU. Dar­ber hin­aus betei­li­gen sich vie­le Men­schen ehren­amt­lich, sie wol­len in Zei­ten der stei­gen­der Armut und wach­sen­der Teue­run­gen ein Zei­chen set­zen.

Aller Anfang ist schwer

Die Anfnge des Soma-Mark­tes in Wr. Neu­stadt waren nicht ein­fach, erin­nert sich die Pro­jekt­lei­te­rin. Ich habe immer wie­der Kon­takt mit gro­en Super­markt­ket­ten gehabt, die mir zuge­sagt haben, berschs­si­ge Ware fr die Sozi­alm­rk­te her­zu­ge­ben. Doch immer wie­der gab es da auch Rck­zie­her, und es war anfangs fr uns nicht ein­fach, ein halb­wegs pas­sa­bles Sor­ti­ment anzu­bie­ten.

Um ein mglichst groes Ange­bot zu haben, tau­schen die Sozi­alm­rk­te in Nie­ders­terreich Waren unter­ein­an­der aus. Was nicht ver­kauft wird, wird an ande­re gemein­nt­zi­ge Ver­ei­ne ver­schenkt, zum Bei­spiel ans Mnner­wohn­heim in Wr. Neu­stadt.

30 ver­schie­de­ne Arti­kel

Der­zeit gibt es im Soma-Markt Wr. Neu­stadt rund 30 ver­schie­de­ne Arti­kel: vom Klo­pa­pier bis zum Krut­er­si­rup. In den Rega­len fin­det man Ende Juni auch Ses: zum Bei­spiel Oster­ei­er-Dra­gees. Am Diens­tag, dem 24. Juni, ist auch gera­de beson­ders viel (bald ablau­fen­des) Joghurt da, das im Super­markt kei­ne Abneh­mer mehr fin­det. Nach einem Jahr Anlauf­zeit arbei­tet der Soma-Markt Wr. Neu­stadt inzwi­schen doch mit einer gro­en Han­dels­ket­te zusam­men, deren Logo auf der Ware jedoch ber­klebt wird. Die wol­len damit Rekla­ma­tio­nen ver­hin­dern, erklrt Clau­dia Schrner. Sie betont aber, dass alle im Soma-Markt ange­bo­te­nen Waren ein­wand­frei sind. Der Lebens­mit­tel­in­spek­tor kon­trol­liert auch uns regel­mig.

Etwa 1000 Kun­dIn­nen sind berech­tigt, im Soma-Markt Wr. Neu­stadt ein­zu­kau­fen: Per­so­nen, die monat­lich nicht mehr als 807 Euro Ein­kom­men haben (1250 Euro fr Ehe­paa­re). Sie erhal­ten – unter Vor­la­ge eines Ein­kom­mens­nach­wei­ses – die Soma-Kar­te, die sie dann zum Ein­kauf berech­tigt. Die Pro­ze­dur muss knf­tig jedes Jahr wie­der­holt wer­den, denn Richt­li­ni­en und Ein­kom­mens­verhlt­nis­se knnen sich ndern. Pro Woche drfen drei Ein­ku­fe im Wert von 10 Euro get­tigt wer­den. Damit ist auch Miss­brauch durch Wei­ter­ga­be der Kar­te an ande­re unter­bun­den.

Kei­ne Gewin­ne

Die Stadt Wr. Neu­stadt inves­tier­te 40.000 Euro in den neu­en Markt an der Gra­zer Strae, die wei­te­ren Kos­ten trgt der Ver­ein Volks­hil­fe. Die Soma-Mrk­te arbei­ten nicht gewinn­ori­en­tiert. Die Kos­ten frs Per­so­nal wer­den zu zwei Drit­tel vom AMS und zu einem Drit­tel vom Land getra­gen. 33 Pro­zent der lau­fen­den Betriebs­kos­ten sol­len vom Soma-Markt erwirt­schaf­tet wer­den, den Rest schiet der Trger­ver­ein zu.

Am Diens­tag, dem 24. Juni, 11 Uhr, ist der Soma-Markt in Wr. Neu­stadt gut besucht. Es kom­men jun­ge und lte­re Kun­dIn­nen, Min­dest­rent­ne­rIn­nen und Teil­zeit-Beschftig­te, auch man­che Aus­ln­de­rIn­nen. Die Nach­fra­ge steigt, die Idee boomt. Kein Wun­der, bei den Teue­run­gen.

3 Gedanken zu „Brot um 30 Cent, wo gibts das?

  1. wer­te betrei­be­rIn­nen des soma mark­tes in wr. neu­stadt!
    durch zufall konn­te ich augen­zeu­gin ihres von der idee her gran­dio­sen sozi­al­pro­jekts fr ein­kom­mens­schwa­che mit­be­woh­ner unse­rer stadt wer­den. ich muss­te aber fest­stel­len, dass ca. zwei drit­tel der ange­bo­te­nen pro­dukt­pa­let­te bereits bis zu sechs mona­te abge­lau­fen waren. die­se wur­den den­noch ver­kauft und nicht gra­tis wei­ter­ge­ge­ben! /z.b. meer­salz mit dem ablauf­da­tum novem­ber 2007, mehl aus okto­ber 2008., getrn­ke vom novem­ber 2008..)ich den­ke, dass ein paar zwie­bel, etwas
    fri­sches obst oder gem­se auf­zu­trei­ben wren. ich beglei­te nun bereits zum drit­ten male eine geh­be­hin­der­te dame zum ein­kauf – bis dato habe ich der­glei­chen noch nicht ent­deckt, obwohl sie in einem inter­net­ar­ti­kel eine koope­ra­ti­on mit einem bio­bau­ern der regi­on anprei­sen. wre mei­ne bekann­te allein unter­wegs, wrde sie nicht ein­mal ein packerl milch ergat­tern, weil sie sich beim brot anstel­len muss, das bald aus­ver­kauft war.
    eine gewis­se tole­ranz­gren­ze beim ablauf­da­tum ist natrlich drin­nen, aber ein­ein­hal jah­re den­ke ich ist doch etwas zuviel – aus­ge­tra­gen auf dem rcken derer, die auf einen ein­kauf bei ihnen ange­wie­sen sind.
    mit vorz­gli­cher hoch­ach­tung

  2. wer­te betreue­rIn­nen des wr, neustd­ter soma mark­tes!
    ich habe zwar noch kein feed back zu mei­ner kur­zen mail ihrer­seits erhal­ten, aber zu mei­ner freu­di­gen ber­ra­schung fan­den sich zum ers­ten mal ver­gan­ge­nen mitt­woch grner salat, kar­tof­feln, zwie­beln und oran­gen im waren­sor­ti­ment des soma mark­tes in wr. neu­stadt – sehr zur freu­de mei­ner betag­ten freun­din. ich mch­te mich auf die­sem weg dafr bedan­ken und hof­fe noch immer auf eine nach­richt von ihnen, denn sie wer­den als jour­na­lis­tin sicher auf ihre home­page schau­en. mit freund­li­chen gren e.g.k.

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