„So habe ich den Blitzschlag berlebt!“

Sie lebt seit 25 Jah­ren mit die­sem Ereig­nis. Und doch ist es (fast) so, als wre es nie gesche­hen. Am 17. Juni 1983 wur­de Dr. Bar­ba­ra Rau­er, heu­te Leh­re­rin aus Bad Vslau, vom Blitz getrof­fen.

Sie war damals auf der Rax unter­wegs, um Daten fr ihre Dis­ser­ta­ti­on ber Gmsen zu sam­meln. Mit ihr waren Pro­fes­sor Dr. Hart­mut Gos­sow und zwei Mit­stu­den­ten unter­wegs. Ich wei nur noch, dass ein Gewit­ter her­um­zog, den gan­zen Nach­mit­tag lang, wir waren immer wie­der in einer Htte, erzhlt Bar­ba­ra Rau­er heu­te. Dann wei sie nichts mehr

Sie erwach­te im Wie­ner AKH. Und dort erfuhr sie, was mit ihr pas­siert war. Ein Blitz war in ihren Hin­ter­kopf ein­ge­schla­gen, die Wir­bel­su­le ent­lang gefah­ren und dann in bei­de Bei­ne. Brand­wun­den zeu­gen heu­te noch von die­sem Ereig­nis. Das ers­te, was ich mich erin­ne­re, als ich aus der Bewusst­lo­sig­keit erwach­te, waren vie­le weie Kit­tel rund um mein Bett. Die rzte konn­ten nicht glau­ben, dass jemand so einen Blitz­schlag ber­lebt. Es galt als klei­nes Wun­der.

Bar­ba­ra Rau­er war etwa eine Woche lang vllig bewusst­los, danach dau­er­te es noch ein­mal ein paar Wochen, bis sie wie­der ganz bei sich war. Sie konn­te anfangs nichts hren, die Haa­re am Hin­ter­kopf waren ver­brannt, aber sie ver­sprte kei­ne Schmer­zen, war nur ver­wirrt. Und: Nach eini­ger Zeit began­nen mei­ne Hnde taub zu wer­den, von den Fin­ger­kup­pen ange­fan­gen immer wei­ter bis in die Arme hin­ein. Ich konn­te nichts mehr machen, mich nicht fri­sie­ren, nichts schrei­ben. Erst ein Neu­ro­lo­ge in der Schweiz konn­te ihr die Sor­gen neh­men. Er hat mir gesagt, dass dies eine Fol­ge des Blitz­schlags wre, und wie­der ver­geht, wie nach einem Elek­tro­schock. Und so war es auch. Auer Brand­wun­den im Hin­ter­kopf und an bei­den Bei­nen ist kein Dau­er­scha­den zurck­ge­blie­ben. Ledig­lich ber Gleich­ge­wichts­strun­gen im Dun­keln klagt die heu­te 49-Jhri­ge. Sie hat nach die­sem Ereig­nis drei Buben gebo­ren.

Und: Sie hat heu­te noch immer kei­ne Angst vor einem Gewit­ter. Ich kann mich an nichts erin­nern, alles was ich wei, wur­de mir spter erzhlt. Auer­dem den­ke ich mir, dass ich nun sta­tis­tisch begns­tigt bin: In nicht vie­le Men­schen schlgt ein Blitz zwei­mal ein.

Ein­zi­ger Augen­zeu­ge des Blitz­schlags war bri­gens Prof. Gos­sow. Ihn hat­te es damals, am 17. Juni 1983, eben­so zu Boden geschleu­dert wie Bar­ba­ra Rau­er und die ande­ren bei­den Stu­den­ten. Er brach sich dabei zwar eine Rip­pe, ver­lor jedoch nicht das Bewusst­sein und han­del­te gold­rich­tig: Er lief zur nchs­ten Htte um Hil­fe. Die kam dann als­bald in Form eines Hub­schrau­bers.

Ohne ihn wrde ich viel­leicht nicht mehr leben, sagt Bar­ba­ra Rau­er. Alle fnf Jah­re ldt sie ihn zum Dank zum Essen ein. Und jedes Jahr geht sie auf die Rax, an die­ser Stel­le vor­bei, wo alles aus sein htte knnen. Und wo das Wun­der pas­sier­te.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.