10 Jahre 0,5 Promille: Was hat’s gebracht?

Etwas mehr als zehn Jah­re ist es her, dass in ster­reich die 0,5 Pro­mil­le-Rege­lung gilt. Sei­nen Aus­gangs­punkt hat­te die­ses Gesetz bri­gens in Baden. Am Gym­na­si­um Bion­dek­gas­se war im Herbst 1997 nach­dem ein betrun­ke­ner Auto­row­dy drei Schler bei einem Unfall get­tet hat­te eine Bewe­gung ent­stan­den. Aus Trau­er und Zorn waren die Gym­na­si­as­ten auf die Strae gegan­gen, bis vors Par­la­ment, mit der For­de­rung, die 0,8 Pro­mil­le-Gren­ze her­ab­zu­set­zen. Im Dezem­ber 1997 wur­den die Schler vom Par­la­ment erhrt. Und seit Jnner 1998 gilt ster­reich­weit das neue Gesetz.

Was hats gebracht? Im ers­ten Jahr war ster­reich­weit ein Rck­gang zu ver­mer­ken auf 2225 Alko­hol-Unflle im gan­zen Jahr (5,7 % aller Unflle). Danach klet­ter­te die Kur­ve bis 2003 wie­der leicht nach oben und sta­gnier­te dann auf einem Niveau zwi­schen 6,5 und 6,7 % (knapp unter 3000 Unflle im Jahr). Im Jahr 2006 konn­te wie­der ein Rck­gang fest­ge­stellt wer­den, 2007 ging die Kur­ve jedoch wie­der steil nach oben. Und auch heu­er steigt die Zahl der Alko-Unflle. Ungef­hr jeder 15. Unfall ist auf Alko­hol­kon­sum zurck­zufhren. Die meis­ten Alko-Unflle pas­sier­ten bri­gens heu­er bis­her in Nie­ders­terreich. Von Jnner bis April gab es bei 132 Unfl­len 188 Ver­letz­te und 5 Tote. Und das, obwohl es immer mehr Alko­hol-Vor­test-Ger­te gibt, obwohl fr jun­ge Auto­len­ker im Zuge des Pro­be-Fhrer­scheins 0,1 Pro­mil­le gilt.

In Stadt und Bezirk Wr. Neu­stadt gab es von 1998 bis 2008 ins­ge­samt 314 Alko-Unflle mit 451 Per­so­nen­sch­den. In die­sem Zeit­raum lie­en 10 Men­schen ihr Leben auf der Strae, wobei weder in Stadt noch Bezirk seit 2005 ein Todes­op­fer zu bekla­gen war.

Die Ten­denz der letz­ten Jah­re sei im Raum Wr. Neu­stadt nicht wirk­lich auf­fl­lig, sagen Poli­zei­di­rek­tor Oberst Josef Pon­wei­ser und Kon­troll­in­spek­tor Edu­ard Zim­mer­mann (sie­he Bild oben). Es gebe zwar kei­nen Rck­gang bei Alko­hol-Unfl­len, jedoch von Jahr zu Jahr nur die bli­chen Schwan­kun­gen. Und das bei stei­gen­dem Ver­kehr. Der Rck­gang an Ver­kehrs­to­ten sei der erhh­ten Sicher­heit im Stra­en­bau und der bes­se­ren Aus­stat­tung der Autos geschul­det.

Auer­dem ist die Dis­zi­plin der jun­gen Auto­len­ker deut­lich gestie­gen, bemerkt Oberst Pon­wei­ser aus der Pra­xis der Stadt Wr. Neu­stadt mit ihrer weit­hin bekann­ten Dis­co-Sze­ne. Die Jugend­li­chen bil­den Fahr­ge­mein­schaf­ten, und der Auto­len­ker bleibt nch­tern. Pon­wei­ser begrt auer­dem, dass zwei der vier std­ti­schen Fahr­schu­len im Zuge der Fhrer­schein­aus­bil­dung Alko­hol-Prven­ti­on betrei­ben. Wir von der Poli­zei hal­ten den Fhrer­schein-Neu­lin­gen Vor­trge ber die bekannt fata­len Aus­wir­kun­gen von Alko­ho­li­sie­rung.

In der Ver­kehrs­ber­wa­chung wer­den in Wr. Neu­stadt mitt­ler­wei­le Alko-Vor­test­ger­te rou­ti­nemig ein­ge­setzt. 2008 haben wir bis­her 1595 Vor­tests durch­gef­hrt, davon wur­den 178 Per­so­nen wegen Alko­ho­li­sie­rung ange­zeigt. Im gan­zen Jahr 2007 haben wir 3115 Vor­tests abge­nom­men, davon waren 350 Per­so­nen alko­ho­li­siert also etwas mehr als 10 Pro­zent. Wobei zu sagen ist, dass wir die Vor­test vor allem dann durchfhren, wenn wir nur den lei­ses­ten Ver­dacht hegen. Wir sehen im Prin­zip kei­ne beson­ders auf­fl­li­ge Alters­grup­pe. Frau­en sind deut­lich weni­ger oft alko­ho­li­siert unter­wegs, aber wenn, dann schla­gen sie so man­chen Rekord, mei­nen Josef Pon­wei­ser und Edu­ard Zim­mer­mann.

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