Wr. Neustadts Streetworker im Gesprch

Das „rumtrieb“-Team von Wie­ner Neu­stadt: Ger­hard Tscher­wi­zek, DSA Chris­ta Knot­zer und Mag. Iris Rehm.

Wenn es einer wirk­lich wei, was Jugend­li­che inter­es­siert, dann ist es Diplom­so­zi­al­ar­bei­ter Ger­hard Tscher­wi­zek. Er lei­tet das rum­trieb-Street­work­team in Wr. Neu­stadt.

Und in sei­nem Berufs­all­tag hat er es mit jun­gen Men­schen von 12 bis 23 zu tun – also auch der „Ziel­grup­pe“ der Jung­wh­le­rIn­nen. „Poli­tik ist schon ein The­ma,“ sagt Tscher­wi­zek auf die Fra­ge, ob sich die Jugend­li­chen ber­haupt fr Poli­tik inter­es­sie­ren. Aber er schrnkt ein: „Vie­les wird auch ein­fach nur nach­ge­plap­pert.“ Die wich­tigs­ten Polit-The­men der Jugend sind die Arbeits­si­tua­ti­on und die Aus­ln­der­fra­ge – so scht­zt dies der Jugend­ar­bei­ter ein.

Rund 4000 Kon­tak­te zu Jugend­li­chen hat das Team von rum­trieb jhr­lich. Seit gut sie­ben Jah­ren betreu­en die Street­wor­ker die Jugend­li­chen in der Stadt Wr. Neu­stadt. Zwei Schwer­punk­te der Jugend-Sze­ne konn­ten in die­ser Zeit defi­niert und auch gut betreut wer­den: Zum einen gab es da die Jugend­li­chen aus den Rand­sied­lun­gen, die inzwi­schen erwach­sen gewor­den sind.

Zum ande­ren kmmert sich das vierkpfi­ge Team um die Jugend­li­chen, die sich vor­wie­gend im Zen­trum auf­hal­ten.

Zwei Schwer­punk­te

In den Rand­sied­lun­gen gab es Pro­ble­me mit der Aus­bil­dung und den Arbeits­plt­zen, wenig Ide­en zur sinn­vol­len Frei­zeit­ge­stal­tung und eine gewis­se Dro­gen­pro­ble­ma­tik. Im Zen­trum tref­fen wir vor allem Jugend­li­che mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, die sich wenig zu ihren Pro­ble­men uern. Was wir aber hier beson­ders fest­ge­stellt haben, dass Mdchen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund mit extrem patri­ar­cha­lem Fami­li­en­hin­ter­grund zu kmp­fen haben und unter stren­ger Kon­trol­le ste­hen. Oft erfah­ren wir von die­sen Din­gen erst, wenn es fast schon zu spt ist, erzhlt der Sozi­al­ar­bei­ter. Es habe im Lauf der Jah­re eine Wei­le gedau­ert, bis spe­zi­el­le Ange­bo­te fr Mdchen auch ange­nom­men wur­den. Ein spe­zi­el­ler Mdchen-Tag in der Anlauf­stel­le in der Gra­zer Strae 90 (Ein­gang Haupt­platz 24) wur­de anfangs kaum fre­quen­tiert – schlie­lich gelang es aber, ber einen Tanz-Work­shop die Mdels doch in die Jugend­ru­me zu locken. Heu­te ist der Girls Club (jeden Mitt­woch von 14 – 18 Uhr) gut fre­quen­tiert. Am 1. Okto­ber gibts zum Bei­spiel einen Tanz­work­shop Hip Hop & Free­style.

4500 Jugend­li­che

Ins­ge­samt gibt es in Wr. Neu­stadt rund 4500 Jugend­li­che zwi­schen 10 und 19 Jah­ren – knapp ein Zehn­tel der Bevlke­rung. Mehr Kon­tak­te haben die Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen zu den Bur­schen. Eines der The­men, die schon fr viel Gesprchsstoff gesorgt haben, ist die Gewalt. Wir beob­ach­ten schon hef­ti­ge Aggres­sio­nen, vor allem im Frei­zeit­be­reich. Es wird sehr schnell wegen Klei­nig­kei­ten hin­ge­hau­en. Und auch die Mdchen sind da nicht zimer­per­lich, erzh­len Ger­hard Tscher­wi­zek, DSA Chris­ta Knot­zer und Mag. Iris Rehm.

Nach wie vor in sind auch Hor­ror­fil­me und aggres­si­ve Com­pu­ter­spie­le. Wir ver­su­chen ande­re Ange­bo­te zu machen – zum Bei­spiel ein­mal qua­litt­vol­le­re Fil­me zu zei­gen oder Aben­teu­er-Work­shops in der frei­en Natur. Und sie­he da, wenn die Jugend­li­chen Alter­na­ti­ven bekom­men, dann zei­gen sie sich zumeist begeis­tert. Man muss sie halt moti­vie­ren und mit ihnen etwas unter­neh­men! sagen die Street­wor­ker.

Die nchs­ten Pro­jek­te

Seit einem Jahr gibt es rum­trieb auch im Pies­ting­tal. Dort wol­len wir auto­no­me Jugend­ru­me forcieren,sagt Tscher­wi­zek. Mit ande­ren Wor­ten: Es sol­len Orte geschaf­fen wer­den, wo Jugend­li­che selbst­ver­wal­tet ihre Frei­zeit ver­brin­gen knnen.

In Wr. Neu­stadt hin­ge­gen tru­men sowohl die Street­wor­ke­rIn­nen als auch die Jugend­li­chen immer noch von einem betreu­ten Jugend­zen­trum. Des­sen Not­wen­dig­keit wird von der Stadt­po­li­tik gar nicht bestrit­ten. Die Umset­zung schei­tert aber an den hohen Kos­ten.

Ein ande­rer Traum der Jugend­li­chen geht aber aller Vor­aus­sicht nach in Erfllung: Hin­ter dem Sport Eybl wird ein neu­er Ska­ter­platz gebaut!

www.rumtrieb.at

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