„Lost World“ in Ebreichsdorf?

Vor 10 Jah­ren ging Frank Stro­nach mit sei­nem „Weltkugel“-Projekt baden, dann kam das Aus fr sei­ne Pfer­de­renn­bahn und jetzt will er eine Kunst­welt namens „Lost World“ in das Ebreichs­dor­fer Sumpf­ge­biet bau­en. Mal sehen, was draus wird…

Knapp 1,5 Jah­re nach dem vor­lufi­gen Aus fr die defi­zit­re Raci­no-Pfer­de­renn­bahn will der Magna-Kon­zern nun einen rie­si­gen Frei­zeit­park im Ebreichs­dor­fer Moor in Nie­ders­terreich errich­ten. Lost Worlds lau­tet der Titel des Pro­jekts, fr das acht Hekt­ar Moor‑, Wald- und Wie­sen­land­schaft zube­to­niert wer­den sol­len. Bereits fr den Bau der Renn­bahn, die nur 5 Jah­re im Voll­be­trieb lief, wur­den 58 Hekt­ar Moor­fl­chen fr immer zer­strt. Die Raci­no-Plei­te war ein Lehr­bei­spiel fr ein wirt­schaft­li­ches und kolo­gi­sches Desas­ter, erklrt WWF-Exper­te Emil Ben­esch. Anschei­nend will die Gemein­de aus Feh­lern nichts ler­nen. Statt­des­sen unterst­tzt sie den Magna-Kon­zern bei einer wei­te­ren sinn­lo­sen Natur­zerstrung, ist er ber die Umwid­mung der Flchen emprt. 12 Jah­re Enga­ge­ments der Fir­ma Magna hat Ebreichs­dorf fr eine nach­hal­ti­ge Regio­nal­ent­wick­lung kaum etwas gebracht, ist auch die Grne Gemein­der­tin Maria Mel­chi­or ent­tuscht.

In fnf Jah­ren soll der Park all­jhr­lich eine hal­be Mil­li­on Men­schen anzie­hen, hof­fen die Betrei­ber. 95 Pro­zent die­ser Besu­cher wrden mit dem eige­nen Auto anrei­sen, was zu einem durch­schnitt­li­chen Ver­kehrs­auf­kom­men von 5.300 PKW tglich fhren wrde – so die Pro­gno­se des Magna-Ver­kehrs­pla­ners. Ein vllig fal­sches Signal in Zei­ten wach­sen­der Kli­ma­be­dro­hung!, kri­ti­siert Mel­chi­or.

Bereits vor 10 Jah­ren hat­te Frank Stro­nach mit den Plnen fr die Errich­tung einer 140 Meter hohen Erleb­nis-Kugel am sel­ben Stand­ort fr Auf­re­gung gesorgt. Nach mas­si­ven Pro­tes­ten einer Alli­anz von Pro­mi­nen­ten und Natursch­t­zern, dar­un­ter der WWF, wur­de das Pro­jekt nach jah­re­lan­gem Tau­zie­hen gestoppt. Nun lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen fr eine Neu­auf­la­ge des Pro­jek­tes – hin­ter ver­schlos­se­nen Tren – wie­der an. Lost Worlds soll statt in einer Kugel nun auf einer Flche von 21,5 Hekt­ar ver­wirk­licht wer­den und 19 Ach­ter­bah­nen, Karus­sels und hnli­che Attrak­tio­nen, ein Regen­wald-Restau­rant, eine Mhle mit Geis­ter­gang und ande­re knst­li­che Erleb­nis­wel­ten bie­ten.

Die 50.000 Besu­cher eines Bon Jovi – Kon­zer­tes konn­ten im Juni 2007 am eige­nen Leib spren, was es bedeu­tet, wenn ein Gro­pro­jekt am fal­schen Ort aus dem Boden gestampft wird, so Ben­esch. Sie sind mit ihren Fahr­zeu­gen zuerst im feuch­ten Moor­bo­den und dann in einem unglaub­li­chen Ver­kehrs­cha­os ste­cken geblie­ben.

In den ver­gan­ge­nen 12 Jah­ren wur­de der Flchen­wid­mungs­plan von Ebreichs­dorf fr Magna und ande­re Bau­vor­ha­ben 24 Mal abge­n­dert oder neu erlas­sen. Eine ver­ant­wor­tungs­vol­le und durch­dach­te Raum­pla­nung sieht wohl anders aus – sie muss viel sorg­sa­mer mit unse­ren natrli­chen Res­sour­cen umge­hen, so Ben­esch. Der WWF befrch­tet, dass die Gemein­de im Zuge der Magna-Umwid­mun­gen auch ein benach­bar­tes Vogel­schutz­ge­biet von inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung einer kurz­fris­ti­gen Gewinn­ori­en­tie­rung opfern und umwid­men knn­te.

(Dies ist eine Aus­sen­dung des WWF (world wild­life fund)

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