Seekuh Linda im Stadtmuseum

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Eini­ge Zeit lang war ja nicht klar, ob Lin­da, der sen­sa­tio­nel­le See­kuh-Fund aus dem Jahr 2006, wirk­lich weib­lich ist. Man gab ihrem Gerip­pe, das in den Wein­hü­geln des Lin­den­bergs aus­ge­gra­ben wur­de, die­sen Namen spon­tan in Anspie­lung auf den Fundort.
Der Hob­by-Palä­on­to­lo­ge Ger­hard Wan­zen­böck (Bild oben) war damals dabei, als er mit eini­gen Gleich­ge­sinn­ten in der Gain­far­ner Bucht eigent­lich auf Muschel- und Schne­cken­su­che war. Vor mehr als 15 Mil­lio­nen Jah­ren war die gesam­te Gegend ein gro­ßes war­mes Meer – Lebens­raum für eine Unzahl von ver­schie­de­nen Meerestieren.
Der Zufall war den
For­schern gnädig
Bei der Muschel­su­che stie­ßen die For­scher auf Kno­chen-Tei­le. Und als­bald stell­te sich her­aus, dass man es mit dem fast voll­stän­di­gen Ske­lett einer See­kuh zu tun hat­te. In minu­tiö­ser Arbeit wur­de Kno­chen für Kno­chen frei­ge­legt und in Wien peni­bel „unter­sucht“. Dabei stell­te sich her­aus, dass Lin­da tat­säch­lich weib­lich ist.
„An der Form der Becken­kno­chen haben die Wis­sen­schaft­ler das eru­iert! Und zum Glück müs­sen wir uns jetzt kei­nen ande­ren Namen ein­fal­len las­sen,“ sagt Ger­hard Wan­zen­böck und blickt stolz auf eine Art „Instal­la­ti­on“ im Stadt­mu­se­um. Dort kann man Lin­da näm­lich jetzt besich­ti­gen: In einem gro­ßen Schau­kas­ten wur­de ihr Ske­lett detail­ge­treu in Sand gelegt, dazu gibt es umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen über Seekühe.
See­kü­he sind 2,5 bis 4 Meter gro­ße Mee­res­säu­ge­tie­re, die sich vor mehr als 50 Mil­lio­nen Jah­ren aus vier­bei­ni­gen land­le­ben­den Pflan­zen­fres­sern ent­wi­ckelt haben. Zu ihren nächs­ten Ver­wand­ten zäh­len Ele­fan­ten und Klipp­schie­fer. Die See­küh­le ernähr­ten sich haupt­säch­lich von See­gras. „Mög­li­cher­wei­se ist Lin­da ihre Nah­rung abhan­den gekom­men, weil sie durch eine Mee­res­strö­mung in eine Gegend getrie­ben wur­de, wo es zu wenig See­gras gab,“ mut­maßt Ger­hard Wan­zen­böck über den Tod von Lin­da. Mut­ma­ßun­gen kann er auch nur anstel­len dar­über, ob viel­leicht noch ande­re See­kü­he im Lin­den­berg „ruhen“. Nach ihnen zu suchen wäre aber ein all­zu gro­ßer Auf­wand – und so kann man nur auf den Zufall hoffen.
Nur zwei ähn­lich gut
erhal­te­ne Seekühe
Außer „Lin­da“ gibt es nur noch zwei ande­re ähn­lich gut erhal­te­ne See­kuh-Fun­de in Öster­reich. Ähn­lich gut erhal­te­ne Ske­let­te wur­den nur 1867 in Hain­burg und 1928 in St. Mar­ga­re­then im Bur­gen­land gefunden.

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