Spurlos verschwunden

Seit acht Jah­ren ist die Wr. Neu­städ­te­rin Hei­drun Wastl spur­los ver­schwun­den. Sie ist damit einer der spek­ta­ku­lärs­ten Ver­miss­ten-Fäl­le in Österreich.

Am 28. Sep­tem­ber 2001 hat­te die damals 38-jäh­ri­ge Frau ihren Sohn in den Kin­der­gar­ten gebracht – und ist seit­her spur­los ver­schwun­den. Ihr mys­te­riö­ses Ver­schwin­den konn­te noch nicht auf­ge­klärt wer­den. Jedes­mal, wenn eine Frau­en­lei­che gefun­den wird, wer­den die DNA-Spu­ren mit jenen von Hei­drun Wastl ver­gli­chen – bis­her ohne Ergeb­nis. Nach wie vor wird nach ihr in 25 euro­päi­schen Län­dern gefahndet.
Auf der Poli­zei­in­spek­ti­on Wr. Neu­stadt bekom­men es die Beam­ten immer wie­der mit Ver­miss­ten-Mel­dun­gen zu tun. Oberst Pon­wei­ser zur WNN: „2008 wur­den bei uns 25 Ver­miss­te gemel­det, alle jugend­lich, meist weib­lich. 2009 gab es bis­her 19 Fäl­le.“ Alle Ver­miss­ten konn­ten – nicht zuletzt dank Han­dy­pei­lung – schnell wie­der gefun­den wer­den. Dass in Wie­ner Neu­stadt so oft nach abgän­gi­gen Min­der­jäh­ri­gen gesucht wer­den muss, liegt laut Oberst Pon­wei­ser dar­an, dass es hier mit dem „Kids­Nest“ ein Wohn­heim für „Jugend­li­che mit Pro­ble­men“ gibt.
Häu­fi­ger ver­schwin­den Aus­län­der „von der Bild­flä­che“: Seit 1993 gilt ein Jugo­sla­we, seit 2001 ein Mann aus Litau­en und seit 2004 ein Rumä­ne als ver­misst. Sie dürf­ten alle in ihre Hei­mat abge­taucht sein.
Ganz anders als in der Stadt ist die Situa­ti­on im Bezirk Wie­ner Neu­stadt. Bezirks­po­li­zei­kom­man­dant Ger­hard Reit­zl schätzt, dass es im Jahr durch­schnitt­lich fünf bis zehn Ver­miss­ten-Mel­dun­gen gibt. „Die meis­ten sind Wan­de­rer, die auf der Hohen Wand als abgän­gig gemel­det wer­den – alle wer­den wie­der gefunden.“
Er erin­nert sich an einen ein­zi­gen etwas außer­ge­wöhn­li­chen Fall: Vor eini­gen Jah­ren ver­such­te eine 18-jäh­ri­ge tür­ki­sche Frau, einer dro­hen­den Zwangs­hei­rat zu ent­ge­hen, indem sie untertauchte.
Nach ver­schwun­de­nen Erwach­se­nen wird nur bei Ver­dacht auf Unfall oder Ver­bre­chen gesucht – wie bei jener 26-jäh­ri­gen St. Pölt­ne­rin, die heu­er am 30. August als ver­misst gemel­det und am 15. Sep­tem­ber ermor­det auf­ge­fun­den wurde.

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