99 und rüstig wie eh und je…

SNV17521

Es kommt auch im Jako­bus­heim nicht all­zu oft vor, dass ein Ange­hö­ri­ger des männ­li­chen Geschlechts sei­nen 100. Geburts­tag fei­ert. Johann Schreiböck hat aller­dings gute Chan­cen. Am 29. Okto­ber begeht er – in her­vor­ra­gen­der Kon­sti­tu­ti­on – sein 99. Wie­gen­fest. Zur Ehrung stell­ten sich bereits vor­ab vie­le Ver­tre­ter der Gewerk­schaft Öffent­li­cher Dienst (GÖD) ein. Ist doch Johann Schreiböck seit 80 Jah­ren Mit­glied die­ser Gewerk­schaft, und das hat noch kei­ner vor ihm geschafft.
Sein Berufs­le­ben ver­brach­te Johann Schreiböck (im Krieg war er Offi­zier der Wehr­macht) ab 1945 als Pres­se­re­fe­rent im Bun­des­kanz­ler­amt und erleb­te drei ver­schie­de­ne Bun­des­kanz­ler. Er lern­te dadurch vie­le berühm­te Per­so­nen aus aller Welt ken­nen: Köni­gin Eli­sa­beth von Eng­land, Kai­se­rin Sora­ya von Per­si­en, Köni­gin Julia­na von Hol­land, die Prä­si­den­ten Ken­ne­dy und Chruscht­schow. Mit dem legen­dä­ren Bru­no Krei­sky war er bes­tens ver­traut. Einer Par­tei gehör­te er aber nie an.
Der eins­ti­ge Hob­by­fuß­bal­ler, Berg­wan­de­rer und Rad­fah­rer macht es sich heu­te im Jako­bus­heim schon etwas gemüt­li­cher. Doch lässt er es sich nicht neh­men, drei­mal wöchent­lich das Cafe Sisi in der Hoch­stra­ße zu besu­chen, um mit Bekann­ten zu plau­dern. Fragt man ihn nach dem Geheim­nis sei­nes tol­len Zustan­des, schmun­zelt er: „Ich war nie krank – außer im Krieg, wo ich durch Split­ter und Schüs­se ver­letzt war. Noch als Berufs­tä­ti­ger bin ich täg­lich von Gain­farn zum Vös­lau­er Bahn­hof zu Fuß gegangen.“

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