Ansturm auf Impfung gegen Schweinegrippe

schweinegrippe2

Ansturm auf die Schwei­ne­grip­pen-Imp­fung! Vie­le, die noch vor Wochen ber die Panik­ma­che lchel­ten, wol­len jetzt doch auf Num­mer Sicher gehen. In Stadt und Bezirk Wie­ner Neu­stadt gibt es rund zehn bekann­te Schwei­ne­grip­pen-Flle… 1500 lie­en sich imp­fen – hnlich auch der Ansturm in den Bezirks­haupt­mann­schaf­ten von Baden und Neun­kir­chen.

Hchs­te Pan­de­mie-Alarm­stu­fe 6 wur­de welt­weit bereits aus­ge­ru­fen. In ganz ster­reich sind bereits ber 1000 Erkran­kun­gen regis­triert. Der indi­vi­du­el­le Krank­heits­ver­lauf bei Schwei­ne­grip­pe (H1N1-Virus) kann sehr mild sein, erlu­tert die Amts­rz­tin auf der Bezirks­haupt­mann­schaft Wie­ner Neu­stadt, Dr. Lech­ner. Die Gefahr sieht sie anders­wo: Da zur Zeit ja auch ganz nor­ma­le sai­so­na­le Grip­pe-Viren im Umlauf sind, kann es pas­sie­ren, dass sich eine Per­son mit dem H1N1-Virus und dem sai­so­na­len Virus gleich­zei­tig infi­ziert – und dass die Viren dann im Krper der betref­fen­den Per­son mutie­ren und schwers­te Erkran­kun­gen bis zum Tod her­vor­ru­fen.
Des­halb machen Imp­fun­gen Sinn. Dr. Lech­ner emp­fiehlt, dass sich jnge­re Men­schen gegen den H1N1-Virus imp­fen soll­ten, lte­re gegen die sai­so­na­le Grip­pe. Sie selbst – ursprn­glich Impf-Skep­ti­ke­rin – habe sich inzwi­schen sogar gegen bei­des imp­fen las­sen. Sai­so­na­le Grip­pe­vi­ren sind jedoch zur Zeit eher wenig im Umlauf. Wre nicht das H1N1-Virus aktiv – es gbe bei wei­tem kei­ne nor­ma­le Grip­pe­wel­le.
Kei­ne Grip­pe-Toten mehr
Gab es in Nie­ders­terreich 1970 noch 145 Grip­pe­to­te, so wur­de 2007 und 2008 laut Todes­ur­sa­chen­ka­ta­log (Sta­tis­tik Aus­tria) kein ein­zi­ger Fall mehr gezhlt. Man stirbt eher an Fol­ge-Erkran­kun­gen der Grip­pe (wie z.B. Lun­gen­ent­zndung). An sich hat man also die Krank­heit gut im Griff. Aller­dings: Grip­pe-Viren vern­dern sich sehr leicht, wes­halb auch jedes Jahr neue Imp­fun­gen durch­gef­hrt wer­den mssen.
Genau dar­in liegt nach Ansicht der Medi­zi­ner die Gefahr: Vie­le (vor allem jnge­re) Men­schen kom­men immer sel­te­ner mit Grip­pe­vi­ren in Kon­takt und sind des­halb kaum immun – erwi­schen sie einen Virus, kann die Krank­heit in ihrer vol­len Hrte zuschla­gen – wes­halb die H1N1-Imp­fung vor allem jnge­ren Leu­ten emp­foh­len wird.
Schul­klas­se in Qua­rant­ne
In Wr. Neu­stadt sorg­te eine Schul­klas­se der Sta. Chris­tia­na fr Auf­re­gung: Meh­re­re Kin­der beka­men nach Rck­kehr von einem Eng­land-Auf­ent­halt Grip­pe-Sym­pto­me, wur­den in Heim-Qua­rant­ne geschickt und muss­ten sich unter­su­chen las­sen. Eine Leh­re­rin war tat­schlich mit H1N1 infi­ziert. Die Gefahr ist aber inzwi­schen gebannt. Die Krank­heit kann – in den ers­ten acht Tagen – auch ohne vor­he­ri­ge Imp­fung gut behan­delt wer­den. Eine Infek­ti­on kann nur durch einen Spei­chel-Abstrich fest­ge­stellt wer­den.
Etwa zehn bekann­te Flle
In der Stadt Wie­ner Neu­stadt gab es bis zum Ende der Mel­de­pflicht vier doku­men­tier­te Flle von Schwei­ne­grip­pe, in der Vor­wo­che war einer aktu­ell. Amts­arzt Dr. Hlad­ky erwar­tet eine rasche Zunah­me der Flle. Wir sind erst am Anfang der Epi­de­mie. Zuletzt habe er von eini­gen Fllen in Kin­der­grten gehrt. Im Bezirk Wie­ner Neu­stadt sind seit Mai drei Schwei­ne­grip­pen-Flle (der ltes­te ist 17) auf­ge­tre­ten. Labor­pro­ben wur­den nur in begrn­de­ten Ver­dachts­fl­len genom­men.
Wie vor­beu­gen?
Indi­vi­du­ell vor­beu­gen kann man, indem man beson­ders auf Hygie­ne ach­tet, wie in nor­ma­len Grip­pe­zei­ten auch. An die Schlie­ung von Schu­len und Kin­der­grten oder auch eine Absa­ge von Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen (wie z.B. Bun­des­li­ga­spie­le) ist in Wie­ner Neu­stadt der­zeit nicht gedacht, sagt Amts­arzt Dr. Vik­tor Hlad­ky.
Aus fr Bus­si Bus­si
Aber er warnt davor, die Schwei­ne­grip­pe zu unterscht­zen. Unabhn­gig von einer gleich­zei­ti­gen Infek­ti­on mit der sai­so­na­len Grip­pe, kann das H1N1-Virus auch allein bis zum Lun­gen-Ver­sa­gen fhren. Mit einem Augen­zwin­kern ergnzt Amts­rz­tin Dr. Lech­ner: Ich rate jetzt allen zum japa­ni­schen Gru: Sich vor­ein­an­der zu ver­nei­gen, anstatt sich die Hand zu geben oder gar Bus­si-Bus­si zu machen! Die Behr­den spre­chen nun von einer H1N1-Grip­pe­wel­le. (www.influenza.at)
Ansturm auf Imp­fun­gen
Der Ansturm auf die behrd­li­chen Impf­ak­tio­nen fr Risi­ko­grup­pen ist uner­war­tet hoch, hat­ten doch die meis­ten Men­schen ber die Schwei­ne­grip­pe gel­chelt: Aber am ers­ten Impf­tag am Gesund­heits­amt Wr. Neu­stadt vori­gen Diens­tag stan­den die Men­schen bis zu zwei Stun­den lang Schlan­ge – nicht weni­ge waren auch verr­gert. Es muss­te sogar die Bezirks­haupt­mann­schaft ein­sprin­gen, um das std­ti­sche Gesund­heits­amt zu ent­las­ten. Das Pro­blem sei, so Amts­arzt Dr. Hlad­ky, dass man nur ein E‑Card-Lese­gert zur Verfgung gestellt bekom­men habe. Auch die BH-Amts­rz­tin Dr. Lech­ner spricht von einem hohen bro­kra­ti­schen Auf­wand, der die zgi­ge Orga­ni­sa­ti­on der Impf­ak­tio­nen erschwe­re.
Bezirks­haupt­mann­schaft und Magis­trat haben zust­zli­che Impf­ter­mi­ne ein­ge­scho­ben

SNV18561

In Wie­ner Neu­stadt, wie ber­all im Land, sind vori­ge Woche die Impf­ak­tio­nen, spe­zi­ell fr Risi­ko­grup­pen der Schwei­ne­grip­pe ange­lau­fen. Alle Mit­ar­bei­te­rIn­nen am Magis­trat sind geimpft – und jetzt auch Dr. Die­ter Depisch, ehe­ma­li­ger Spi­tals­di­rek­tor in Wie­ner Neu­stadt und sei­ne bei­den Kin­der Die­ter und Eri­ka. Ins­ge­samt lie­en sich in der Stadt bis­her schon 1000 Men­schen imp­fen, im Bezirk rund 500.

Ein Gedanke zu „Ansturm auf Impfung gegen Schweinegrippe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.