Orlow: Operette ohne Kaiser…

Orlow

Frau­ke Schfer und Mar­ko Kathol. www.christian-husar.com

Am 12. Dezem­ber hat in der Bhne Baden (vor­mals Stadt­thea­ter), die Ope­ret­te „Orlow“ von Bru­no Gra­nich­sta­ed­ten Pre­mie­re. 19.30 Uhr. Die Ope­ret­te spielt im rus­si­schen Gro­frs­ten­tum nach der Revo­lu­ti­on.

John Walsh, der Inha­ber einer Auto­mo­bil­fa­brik in New York, umschwrmt ver­geb­lich die rus­si­sche Tnze­rin Nad­ja. Sie inter­es­siert sich nur fr einen Lands­mann, den Maschi­nis­ten Alex Doro­schin­sky, bei dem es sich um den aus Russ­land geflo­he­nen Gro­frs­ten Alex­an­der han­delt. Er hat nach der Revo­lu­ti­on alles ver­lo­ren bis auf den berhm­ten Dia­man­ten Orlow.

Jol­ly, Walshs Kom­pa­gnon, der Alex aus frhe­ren Zei­ten kennt, soll ihn in sei­nem Auf­trag ver­kau­fen, damit Doro­schin­sky die Tnze­rin Nad­ja fr sich gewin­nen kann.

Als sich her­aus­stellt, dass Alex im Besitz des Dia­man­ten ist, hlt Nad­ja ihn vor ver­sam­mel­ter Men­ge fr einen Dieb. Alex Iden­titt wird offen­bart, wor­auf Nad­ja ihn um Ver­zei­hung bit­tet, aber er zeigt sich unversh­n­lich. Erst im drit­ten Akt zeigt sich, dass Lie­be strker ist als Stolz und die bei­den fin­den zuein­an­der.

Fr sei­ne einst viel gespiel­te Ope­ret­te Der Orlow kom­po­nier­te Bru­no Gra­nich­sta­ed­ten mit der Arie Da nehm ich mei­ne klei­ne Ziga­ret­te und dem Blues Fr dich, mein Schatz, hab ich mich schn gemacht zwei sei­ner bekann­tes­ten Melo­di­en.

Bru­no Gra­nich­sta­ed­ten: gebo­ren 1879 in Wien, gestor­ben 1944 in New York.

Schon frh zeig­te Bru­no Gra­nich­sta­ed­ten groes Inter­es­se an Musik. Er erhielt dem­entspre­chend eine fun­dier­te Aus­bil­dung in Leip­zig.

Nach ers­ten Thea­ter­en­ga­ge­ments wur­de er 1900 als Kapell­meis­ter an die Mnche­ner Hof­oper beru­fen. Da er sich zur leich­ten Muse hin­ge­zo­gen fhl­te, grn­de­te er, gemein­sam mit Frank Wede­kind das Kaba­rett Die Elf Schaf­rich­ter, was sei­ne Ent­las­sung aus der Oper zur Fol­ge hat­te.

Nach dem Anschluss ster­reichs mute er als Jude das Land ver­las­sen. Mit Hil­fe der Snge­rin Bet­ty Fischer gelang es ihm, ber Luxem­burg 1940 in die USA zu emi­grie­ren. Hier konn­te er aber nicht mehr Fu fas­sen, zeit­wei­se ver­dien­te er sich sei­nen Lebens­un­ter­halt als Pia­nist in Nacht­lo­ka­len.

Bru­no Gra­nich­sta­ed­ten schuf 16 Ope­ret­ten und Sing­spie­le, zu denen er teil­wei­se auch das Libret­to ver­fass­te. Die grten Erfol­ge waren nach sei­nem Erst­lings­werk 1908 (Bub oder Mdel), Auf Befehl der Kai­se­rin (1915) und Der Orlow (1924).

Dane­ben schuf er die Musik zu drei Ton­fil­men und eini­ge Lie­der und Chan­sons.

Sei­ne Musik war in den Anfangs­jah­ren von typisch wie­ne­ri­scher Art, nach dem Ers­ten Welt­krieg ist deut­lich der Ein­fluss der popul­ren US-ame­ri­ka­ni­schen Musik zu hren.

Beset­zung:

Musi­ka­li­sche Lei­tung Oli­ver Oster­mann

Insze­nie­rung Vol­ker Wahl / Michae­la Ron­zo­ni

Aus­stat­tung Ste­fa­nie Stuhl­drei­er

Cho­reo­gra­fie Mtys Jur­ko­vics

John Walsh Ronald Seboth

Jol­ly Jef­fer­son Ste­phan Wapen­hans

Nad­ja Nad­ja­kow­s­ka Frau­ke Schfer

Har­ry, Walshs Freund Ren Rum­pold

Fred, Walshs Freund Wal­ter Schwab

Brown, Detek­tiv Josef Kir­sch­ner

Stepnoff, Dol­met­scher Robert Sadil

Hun­ter, Werk­meis­ter Tho­mas Nest­ler

Dol­ly Mar­banks Iva Miha­no­vic

Alex Doro­schin­sky Mar­ko Kathol

Auffhrungs­ter­mi­ne:

Dezem­ber 13 (15.00 Uhr), 17 (19.30 Uhr), 18 (19.30 Uhr), 26 (15.00 Uhr), 27 (15.00 Uhr), 31 (19.00 Uhr)

Jnner 2 (19.30 Uhr), 3 (15.00 Uhr), 6 (19.30 Uhr), 9 (19.30 Uhr), 10 (15.00 Uhr), 23 (19.30 Uhr), 24 ( 15.00 Uhr)

2 Gedanken zu „Orlow: Operette ohne Kaiser…

  1. Es wre viel­leicht ange­bracht, hier nicht nur eine Nach­erzhlung samt Gra­nich­sta­ed­ten-Bio­gra­fie (bei­des aus dem Pro­gramm­heft abge­schrie­ben) zu brin­gen, son­dern eine ech­te Kri­tik.

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