Krise: Ebbe in den Gemeindekassen

Eisern spa­ren heit es fr unse­re Gemein­den im Jahr 2010. Ihr Anteil am Steu­er­ku­chen, den sie vom Bund bekom­men, wird immer gerin­ger. Und gleich­zei­tig mssen sie immer mehr an Bei­trgen fr Kran­ken­hu­ser, Schu­len und Sozia­les an Land und Bund bezah­len. Die Fol­ge: Die drei Std­te und die zwei grten Gemein­den im Bezirk Wr. Neu­stadt ver­lie­ren gemein­sam 8 Mil­lio­nen Euro. Geld, das hin­ten und vor­ne fehlt.

Was fr die Ban­ken recht ist, muss fr Kom­mu­nen, die eine Viel­zahl an Dienst­leis­tun­gen am Brger erbrin­gen, nur bil­lig sein, sagt Wr. Neu­stadts Finanz­stadtrtin KR Ingrid Weiss.
Stdte­ret­tungs­pa­ket
Wr. Neu­stadt for­dert – wie alle ande­ren N Sta­tu­tarst­d­te – ein Stdte­ret­tungs­pa­ket und eine grund­le­gen­de Reform der Ver­ei­lung von finan­zi­el­len Mit­teln zwi­schen Bund, Lndern und Gemein­den. Gespart wird in Wie­ner Neu­stadt weni­ger bei Pro­jek­ten, son­dern bei der Stadt­ver­wal­tung, etwa durch Nicht-Nach­be­set­zung des natrli­chen Abgangs mit Aus­nah­me der Schls­sel­krf­te. Wir ver­su­chen gegen­zu­steu­ern, indem wir unse­re Bevlke­rungs­zahl stei­gern, ber Eco Nova eine offen­si­ve Betriebs­an­sied­lungs­po­li­tik betrei­ben und damit die Ein­nah­men bei der Kom­mu­nal­steu­er erhhen. In den Vor­jah­ren ist dies auch gelun­gen, sagt die Finanz­stadtrtin. Den­noch bleibt unterm Strich eine extrem schwie­ri­ge Situa­ti­on und ein Minus in der Gemein­de­kas­se. Wie­ner Neu­stadt kann fr 2010 kein aus­ge­gli­che­nes Bud­get erstel­len. Es klafft ein aus­ge­wie­se­nes Minus von 10 Mil­lio­nen. Ein Pri­vi­leg bri­gens, das nur Std­ten mit eige­nem Sta­tut zusteht. Alle ande­ren Gemein­den mssen ein aus­ge­gli­che­nes Bud­get erstel­len.
Kein Auf­zug fr Senio­ren
Alfre­do Rosen­mai­er, Brger­meis­ter in Eben­furth, bezeich­net die Lage eben­falls als dra­ma­tisch. Er ist froh, dass sei­ne Gemein­de in bes­se­ren Zei­ten gespart hat. Unser Vermgen liegt im Grund und Boden, und zwar das Erho­lungs­zen­trum am Haschen­dor­fer See. So sind wir eine Gemein­de, die auf eine soli­de Finanz­ba­sis ver­wei­sen kann, die auf kom­mu­na­le Ein­nah­men auf­baut. Den­noch wird auch in Eben­furth gespart, etwa beim Stra­en­bau und bei der Sanie­rung des Stadt­saa­les. Ein geplan­ter Auf­zug fr das Lokal der Pen­sio­nis­ten kann nicht rea­li­siert wer­den, sagt Rosen­mai­er. Fr ihn gibt es nur zwei Aus­we­ge: Man muss sich ber alle Par­tei­gren­zen hin­weg um gemein­sa­me intel­li­gen­te Lsun­gen bemhen. Und man muss die Umla­gen (das sind die Leis­tun­gen an Kran­ken­hu­ser, fr Sozia­les und Schu­len) ein­frie­ren, damit die Gemein­den Luft zum Atmen haben.
Spa­ren bei der Kul­tur
Immer enger wird die finan­zi­el­le Lage auch bei uns in Felix­dorf, sagt Brger­meis­ter Karl Stie­ber. Die Ebbe in der Gemein­de­kass a wirkt sich in sei­ner Gemein­de auf die Bar­rie­re­f­rei­ma­chung des Gemein­de­am­tes und teil­wei­se auf die Sanie­rung des Hau­ses Haupt­strae 26 aus. Lei­der muss auch beim Kul­tur­bud­get gespart wer­den, sagt Stie­ber. Er sieht fr Gemein­den prin­zi­pi­ell kei­ne Mglich­kei­ten, zust­zlich an Geld zu kom­men. Es luft dar­auf hin­aus, dass wir nur mehr die unbe­dingt not­wen­di­gen Manah­men finan­zie­ren knnen – eine Ankur­be­lung der Wirt­schaft ist so aber nicht mglich. Stie­ber meint, dass Bedarfs­zu­wei­sun­gen an die Gemein­den nach wirk­lich erfor­der­li­chen Pro­jek­ten erfol­gen soll­ten.
Rck­la­gen angrei­fen
Ins Schleu­dern kommt auch das Bud­get der Stadt Kirch­schlag in der Buck­li­gen Welt. Brger­meis­ter Franz Pich­ler-Hol­zer hlt es fr zwin­gend not­wen­dig, die Finanz­si­tua­ti­on in den nchs­ten Jah­ren lau­fend zu beob­ach­ten und zu ana­ly­sie­ren. Auf­grund der Ana­ly­sen kann dann gegen­ge­steu­ert wer­den! 2010 muss in Kirch­schlag aller­dings bei Pro­jek­ten noch nicht gespart wer­den. Wir haben noch Rck­la­gen, sagt der Stadt-Chef.
Abwrts­spi­ra­le
Eine Abwrts­spi­ra­le mit uner­freu­li­chen Fol­gen sieht Bgm. Otto Knig aus Sol­lenau in der gegen­wr­ti­gen Ent­wick­lung. Er hofft auf ein bal­di­ges Ende der Finanz­kri­se.
Ein­nah­men­ver­lust und Bei­trags­erhhun­gen redu­zie­ren unse­ren Hand­lungs­spiel­raum im Jahr 2010 um 470.000 Euro! sagt Knig – der Spar­stift wird bei ver­schie­de­nen Pro­jek­ten ange­setzt, etwa beim Stra­en­bau. Als Opti­mist hof­fe ich, dass es ab 2011 wie­der berg­auf geht!

Die grten Bro­cken fr die Gemein­den sind die gerin­ge­ren Ertrags­an­tei­le, die sie vom Bund bekom­men, und die hhe­ren Bei­trge, die fr Spit­ler, Sozia­les etc. gezahlt wer­den mssen.
Wr. Neu­stadt (40.000 Ew)
Gesamt­bud­get 143 Mio
Ein­nah­men­aus­fall 4,38 Mio
Hhe­re Bei­trge 1,8 Mio
Eben­furth (2.900 Ew.)
Gesamt­bud­get 7 Mio
Ein­nah­men­aus­fall 230.000 e
Hhe­re Bei­trge 82.000e
Felix­dorf (4.500 Ew.)
Gesamt­bud­get 10,15 Mio
Ein­nah­men­aus­fall 337.700 e
Hhe­re Bei­trge 67.200e
Kirch­schlag (2.900 Ew.)
Gesamt­bud­get 11,7 Mio
Ein­nah­men­aus­fall 222.000 e
Hhe­re Bei­trge 67.500e
Sol­lenau (4.600 Ew)
Gesamt­bud­get 7,4 Mio
Ein­nah­men­aus­fall 337.800 e
Hhe­re Bei­trge 132.100e

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