85 % mehr Langzeitarbeitslose

georggrundgroissams

Das AMS Wie­ner Neu­stadt hat einen neu­en Chef – Dr. Georg Grund-Groiss folgt Bern­hard Eis­ner nach. In einer schwe­ren Zeit.

Der­zeit sind rund 4.900 Per­so­nen arbeits­los gemel­det – um 17 % mehr als noch ein Jahr davor. Und das bei 40 % weni­ger offe­nen Stel­len. Wie opti­mis­tisch sind Sie, gegen­steu­ern zu knnen?
Dr. Georg Grund-Groiss: Die groe Trend­wen­de bei der Arbeits­lo­sig­keit wird es ange­sichts der pro­gnos­ti­zier­ten Wirt­schafts­ent­wick­lung im Jahr 2010 noch nicht geben. Die Dyna­mik am Arbeits­markt, und damit die Chan­cen auf Arbeits­auf­nah­men aus der Arbeits­lo­sig­keit, neh­men aber wie­der zu. Auch mit­ten in der Rezes­si­on im Jahr 2009 konn­ten in Stadt und Bezirk Wie­ner Neu­stadt 6.200 Per­so­nen ihre Arbeits­lo­sig­keit mit Beschfti­gungs­auf­nah­men been­den. Wir bie­ten ca. 3.500 Per­so­nen pro Jahr die Chan­ce, mit Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­ten des AMS am Arbeits­markt durch­zu­star­ten. Am regio­na­len Stel­len­markt zeigt sich aktu­ell ein Frhlings­lft­chen, das hof­fent­lich zum fri­schen Wind wird.

Ein groes Pro­blem sind die Lang­zeit­ar­beits­lo­sen. Wie ent­wi­ckeln sich hier die Zah­len? Wel­che Alters­grup­pe ist haupt­schlich betrof­fen?
Grund-Groiss: Die akti­ve Arbeits­markt­po­li­tik des AMS trgt dazu bei, dass die Zahl der Per­so­nen, die lnger als ein Jahr weder in eine Beschfti­gung ver­mit­telt wer­den knnen noch eine Aus- oder Wei­ter­bil­dung besu­chen, rela­tiv zur Gesamt­ar­beits­lo­sig­keit gering ist. Im Jahr 2009 waren das in Wie­ner Neu­stadt im Schnitt 278 Per­so­nen. Das bedeu­tet aller­dings eine Stei­ge­rung um 128 Per­so­nen oder 85,1 % gegen­ber dem Jahr 2008. Aktu­ell ist ber die Hlfte aller lang­zeit­ar­beits­lo­sen Per­so­nen im Alter ber 45 Jah­ren. Im Gesamt­be­stand aller Arbeits­lo­sen betrgt der Anteil der ber 45 Jhri­gen nur 34,4 %. Gering­qua­li­fi­zier­te Per­so­nen sind eben­falls beson­ders stark betrof­fen.

Ab Sep­tem­ber 2010 wird die neue Min­dest­si­che­rung in der Hhe von ca. 740 Euro monat­lich (12mal im Jahr) ein­gef­hrt. Hal­ten Sie die­ses Instru­ment fr geeig­net, neue Armut zu bekmp­fen? Wer­den die Arbeitsmter dadurch ent­las­tet?
Grund-Groiss: Die bedarfs­ori­en­tier­te Min­dest­si­che­rung ist bei allen nam­haf­ten Exper­tIn­nen als ein Instru­ment aner­kannt, mit­hil­fe des­sen die Armuts­gef­hr­dung ein­gedmmt wer­den kann. Fr das AMS wird es zu einer Mehr­ar­beit kom­men. Unser Kun­dIn­nen­kreis wird sich erwei­tern, unser Auf­ga­ben­spek­trum ver­grern.

Da Sie neu in Wie­ner Neu­stadt sind – hier noch ein paar pers­n­li­che Fra­gen: Was ist Ihr Lieb­lings­buch und war­um?
Grund-Groiss: Von Pas­cal Mer­cier: Nacht­zug nach Lis­sa­bon. Weil es klar macht, dass die im Leben nicht rea­li­sier­ten Mglich­kei­ten trotz­dem nicht ver­lo­ren sind, son­dern in der Pers­n­lich­keit auf geheim­nis­vol­le Wei­se wirk­sam blei­ben.

Worber haben Sie das letz­te Mal so rich­tig herz­haft gelacht, worber haben Sie sich ger­gert?
Grund-Groiss: Gelacht ber Micha­el Nia­va­ra­ni und sei­nen Sketch Face­book. Ger­gert ber einen Raser auf der Auto­bahn bei wil­dem Schnee­trei­ben.

Was war Ihr schns­tes Urlaubs­ziel und war­um?
Grund-Groiss: Eine ein­sa­me Htte im Wald am Fisch­teich im Salz­bur­gi­schen Lun­gau. Mit Fami­lie und den bei­den Hun­den ohne Lap­top und TV gelin­gen Ent­span­nung und Kraft­tan­ken beson­ders nach­hal­tig.

Wen emp­fin­den Sie als inter­es­san­te Pers­n­lich­keit und war­um?
Grund-Groiss: Barack Oba­ma, den Meis­ter des Wor­tes, den Idea­lis­ten, der kein Mes­si­as ist und mir als Rea­list und ent­schlos­se­ner Ent­schei­der zugleich erscheint.

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