Rekord-Winter: Ein Pannenhelfer erzhlt

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Rund 30.000 Auto­pan­nen hat Mar­tin Wall­ner in sei­nem Leben schon gehabt. Frei­lich nicht selbst: Er ist seit 21 Jah­ren als AMTC-Pan­nen­hel­fer im Raum Wie­ner Neustadt/Neunkirchen unter­wegs. Im heu­ri­gen Rekord­win­ter (1202 Pan­nen-Einst­ze im Raum Wr. Neu­stadt allein im Jnner) wur­de er beson­ders hufig ange­ru­fen.

So sehr das Han­dy fr vie­le ein Segen ist. Fr die Pan­nen­hel­fer ist es oft ein Fluch, wei Mar­tin Wall­ner. Denn die Suche nach den auto­tech­nisch Gestran­de­ten ist heu­te oft schwie­ri­ger als frher… Frher wur­de der Pan­nen­dienst oft ber die Not­ruf­te­le­fo­ne an den Auto­bah­nen ange­ru­fen – und wir wuss­ten genau, wo der Kun­de war­tet. Heu­te erle­di­gen Betrof­fe­ne das per Han­dy – und nicht sel­ten ohne Orts­kennt­nis­se.
So bekam Mar­tin Wall­ner zum Bei­spiel heu­er im Win­ter den Anruf einer Frau, die mein­te: Ich ste­he auf der Sdau­to­bahn Rich­tung Wien nahe Wie­ner Neu­stadt. Ich sehe von hier den Was­ser­turm! Mar­tin Wall­ner rck­te aus, wur­de aber nicht fndig. Schlie­lich stell­te sich her­aus, dass die Frau bei Leobers­dorf stand – und dass sie nicht den Was­ser­turm, son­dern den dor­ti­gen Feu­er­wehr­turm gese­hen hat­te… Die Suche nach den Kun­den ist oft Detek­tiv-Arbeit. So war es auch gar nicht ein­fach, jene Frau aus­fin­dig zu machen, die vor etwa zwei Wochen nachts auf einem Park­platz der Sdau­to­bahn stand und sich aus Angst nicht aus­zu­stei­gen trau­te. Sie konn­te daher auch par­tout nicht sagen, bei wel­chem Auto­bahn­ki­lo­me­ter sie stand.
Ein­satz bei Minus 20 Grad
Der har­te Win­ter 2009/2010 for­der­te den sechs AMTC-Pan­nen­hel­fern vom Sttz­punkt Wr. Neustadt/Gloggnitz alles ab. Es war das groe Ster­ben der Bat­te­ri­en und der Glhstif­te! wei Mar­tin Wall­ner.
Am 27. Jnner, dem pan­nen­reichs­ten Tag des Jah­res (154 Einst­ze gesamt), hat­te Wall­ner Nacht­dienst. An Aus­ru­hen war nicht zu den­ken. 10 Einst­ze, Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen Minus 16 und Minus 20,5 Grad, und 250 Kilo­me­ter im Schnee­trei­ben und auf Glatt­eis – so die Bilanz die­ser anstren­gen­den Nacht. Zum Glck ist dem humor­vol­len AMTC-Mann nie kalt. Ich bin der ein­zi­ge, der immer ohne Hand­schu­he arbei­tet!
Was die Arbeit der Pan­nen­hel­fer in den letz­ten Jah­ren beson­ders erschwert: Neue Autos haben stan­dard­mig kei­ne Ersatz­rei­fen mehr im Kof­fer­raum – und vie­le Auto­be­sit­zer wis­sen das nicht ein­mal. Im Ernst­fall ste­hen sie hilf­los mit einem Pat­schen da, den auch der Pan­nen­hel­fer nicht kle­ben kann.
Falsch­tan­ken bei Voll­mond
bri­gens: Rei­fen­wech­sel an Lkws sind beson­de­re Schwer­ar­beit. Vie­le moder­ne Lkw-Fah­rer ste­hen dann rat­los mit den Tff­lern vor mir und wis­sen nicht ein­mal, wo das Bord­werk­zeug ist, plau­dert Mar­tin Wall­ner aus der Erfah­rung. Nicht nur Ahnungs­lo­sig­keit (Vie­le wis­sen nicht ein­mal, wie der Motor­de­ckel auf­geht!) prgt die hei­mi­sche Pan­nen-Land­schaft – son­dern auch der Voll­mond: An man­chen Tagen mssen wir bei beson­ders vie­len Falsch-Tan­kern den Tank aus­pum­pen. Sie fll­ten Ben­zin in einen Die­sel­tank. Dann wis­sen wir Pan­nen­hel­fer: Es muss wie­der Voll­mond sein! schmun­zelt Mar­tin Wall­ner.

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