„Reagiere mit Neugier statt mit rger“

rap_06-12-2006

Am Frei­tag, dem 5. Mrz, kommt die inter­na­tio­nal bekann­te Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Univ. Prof. i.R. Dr. Rotraud Per­ner nach Wr. Neu­stadt. Im Stadt­mu­se­um steht der gan­ze Tag unter dem Mot­to Sicher­heit fr Frau­en. Rotraud Per­ner wird um 16.30 Uhr einen Vor­trag hal­ten und sich um 17.30 Uhr an einer Podi­ums­dis­kus­si­on zum The­ma betei­li­gen.

Sie haben in Wr. Neu­stadt 1962 mit Aus­zeich­nung matu­riert. Wel­che Erin­ne­run­gen haben Sie an die­se Stadt? Gar hei­mat­li­che Gef­h­le?
Univ. Prof. i.R. Dr. iur. Rotraud A. Per­ner: Die posi­ti­ven Erin­ne­run­gen sind Lona Muro­watz und ihre Kol­le­gin in der Volks­buch­hand­lung in der Neun­kirch­ner­strae – paten­te, unterst­tzen­de Frau­en .… an alles ande­re wer­de ich lie­ber nicht erin­nert. Ich habe kei­ne Hei­mat­stadt. Hei­mat­gef­h­le erwer­be ich erst jetzt, wo ich wie­der ins March­feld zurck gekehrt bin.

Sie kom­men als bekann­te Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin nach Wie­ner Neu­stadt zurck – zu einer Fest­ver­an­stal­tung anls­slich des Inter­na­tio­na­len Frau­en­ta­ges, der hier ganz unter dem Mot­to Sicher­heit steht. Was bedeu­tet aus Sicht der Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Sicher­heit fr Frau­en?
Per­ner: Man muss unter­schei­den zwi­schen inne­rer und uerer Sicher­heit. Die uere muss man gestal­ten, sich daher auch poli­tisch enga­gie­ren. Die inne­re muss man ent­wi­ckeln – und das bedeu­tet fr Frau­en: Sich nichts ein­re­den zu las­sen, was ande­ren dient und nicht einer selbst – nach­zu­le­sen in mei­nem Buch Kni­gin! ber weib­li­che Kraft.

Sind Frau­en in unse­rer Gesell­schaft sicher?
Per­ner: Frau­en mssen zuerst ein­mal wahr­neh­men, wo sie Unsi­cher­heit ver­leug­nen – bei­spiels­wei­se durch zu viel Ver­trau­en im Job oder in der Part­ner­schaft. Gewalt hat vie­le Gesich­ter – bei­spiels­wei­se die finan­zi­el­le Gewalt, wenn Frau­en gerech­te Ent­loh­nung vor­ent­hal­ten wird. Gegen Gewalt hilft nur ffent­lich­keit. Frau­en mssen es sagen, wenn sie sich ver­un­si­chert fhlen und sie mssen soli­da­ri­sche Gemein­schaft ein­for­dern, nicht nur von Frau­en, auch von Mnnern.

Wel­che Pers­n­lich­keit bewun­dern Sie?
Per­ner: Ich bewun­de­re nie­man­den. Jede Per­son hat Strken wie auch Schwchen. Jede muss ihren eige­nen Weg gehen und sich nicht von ande­ren ablen­ken las­sen.

Worber haben Sie zuletzt herz­lich gelacht, worber sich ger­gert?
Per­ner: Herz­lich gelacht habe ich heu­te Nach­mit­tag in einem Coa­ching fr Pfle­ge­per­so­nen des LKH Hain­burg: Wir einig­ten uns, wenn rzte indi­rekt befeh­lend fra­gen, wo sich irgend­et­was befin­den, was sie ohne­dies wis­sen und nur nicht selbst holen wol­len, zu ant­wor­ten: Frag doch den Inder. Ger­gert? Ich habe mich schon vor Jah­ren ent­schie­den, nicht mehr mit dem Gef­hl des rgers zu reagie­ren son­dern stadtt des­sen mit dem Gef­hl der Neu­gier.

Wel­ches ist Ihr schns­tes Urlaubs­ziel?
Per­ner: Ich habe nur ein Urlaubs­ziel – mei­nen Gar­ten. Wenn man so viel zwi­schen Uni­ver­sit­ten, Kli­ni­ken, Schu­len und Vor­tragsslen unter­wegs ist wie ich, besteht Urlaub in Rck­zug, Ein­sam­keit, Stil­le, Medi­ta­ti­on.

Wel­ches ist Ihr Lieb­lings­buch?
Per­ner: Ich besit­ze eine Biblio­thek mit scht­zungs­wei­se 20.000 Bchern – da gibt es nicht EIN Lieb­lings­buch. Aber: Am liebs­ten lese ich in den Augen des Man­nes, den ich lie­be.

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