„Erwulf“: Mehr lokale Kunst ins Arnulf Rainer-Museum!

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Der Bade­ner Pho­to­graph Paul Landl for­dert mit sei­ner auf­se­hen­er­re­gen­den Instal­la­ti­on unter dem Titel „Erwulf“ mehr Raum für Kunst in Baden und die Öff­nung des Arnulf Rai­ner Muse­ums für die loka­le Kunstszene. 

„Erwulf“ – das ist ein Misch­we­sen aus Erwin Pröll und Arnulf Rai­ner, kon­zi­piert und erschaf­fen von dem Bade­ner Pho­to­gra­phen Paul Landl. Seit 16. April hängt Erwul­fs Kon­ter­fei auf einem 2,5 mal 5 Meter gro­ßen Ban­ner vor dem Arnulf Rai­ner Muse­um, ver­se­hen mit der deut­lich les­ba­ren Auf­for­de­rung: „Kunst braucht Raum!“.

Zeit­gleich mit der Akti­on ergeht ein Schrei­ben der Bade­ner Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Erwulf“ (bestehend aus Paul Landl, Max Neu­mann und Ger­traud Klemm) an Lan­des­haupt­mann Dr. Erwin Pröll und Arnulf Rai­ner mit der For­de­rung, einen Teil des Arnulf Rai­ner Muse­ums für die loka­le Kunst­sze­ne zu öff­nen. Mit der Ver­schmel­zung von Pröll und Rai­ner will die Grup­pe auf die uner­quick­li­che Ver­flech­tung von Poli­tik und Kul­tur­ma­nage­ment in NÖ auf­merk­sam machen.

„Ein eli­tä­rer, sub­ven­tio­när über­ge­wich­ti­ger Kunst­be­trieb mit hohem poli­ti­schem Her­zei­ge-Poten­ti­al steht einer mehr­fach unter­ver­sorg­ten Kunst­sze­ne gegen­über, die trotz hoher Qua­li­tät nie in den Genuss von Raum, För­de­run­gen oder media­ler Auf­merk­sam­keit kommt. Lei­der flie­ßen – und ver­si­ckern – För­der­gel­der von Bund und Land ger­ne in bestehen­den, oft ver­schlun­ge­nen Kanä­len.“, so das Schreiben.

Das zwin­ge Künst­le­rin­nen und Künst­ler auf Kom­mu­nal­ebe­ne zu agie­ren. Dort wie­der­um ver­hiel­ten sich  Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che- und Häu­fig­keit oft indi­rekt pro­por­tio­nal zur Qua­li­tät der Kunst. Häu­fig sei Anbie­de­rung und Abglei­ten in die Gefäl­lig­keits­kunst der letz­te Weg, um mit Arbei­ten an die Öffent­lich­keit zu gelan­gen. „Das ist beson­ders bit­ter, wenn gera­de bei Groß­pro­jek­ten, wie z. B. Muse­ums­er­rich­tun­gen, so gar kein Gedan­ke an die lokal bestehen­de Kul­tur­sze­ne ver­schwen­det wird,“  so Ger­traud Klemm, Autorin aus Baden. Die Akti­on soll nicht als plum­pe, poli­tisch ver­sier­te Pro­vo­ka­ti­on, son­dern als medi­al wirk­sa­mer Weck­ruf ver­stan­den wer­den. Man wis­se um die Ver­diens­te Arnulf Rai­ners für die öster­rei­chi­sche Kunst, und man sei sich des Reich­tums der nie­der­ös­ter­rei­chi­schen För­de­rungs–  und Ver­an­stal­tungs­land­schaft bewusst.

„Hart arbei­ten­den Nach­wuchs­künst­le­rIn­nen soll­te das Tor zum Arnulf Rai­ner Muse­um offen­ste­hen. Für Künst­le­rin­nen und Künst­ler wäre dies ein Akt der Wert­schät­zung; für das Muse­um eine Chan­ce, sich aus dem sta­ti­schen Kon­text zu lösen und die Besu­cher­zah­len zu erhö­hen; und für das kul­tu­rel­le Image der Stadt Baden ein will­kom­me­ner Impuls,“ so Paul Landl.

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Die Künst­le­rIn­nen­grup­pe mit Paul Landl, Ger­traud Klemm und Max Neumann

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