Trkisches Zentrum contra Schrebergrten?

Jetzt hat auch Wr. Neu­stadt sei­ne Moschee-Debat­te. Der Ver­ein Havas will in der Bade­n­er­strae neben einer Klein­gar­ten­sied­lung ein trki­sches Gebets- und Kul­tur­zen­trum errich­ten, das in sei­ner Dimen­si­on in etwa die Gre der im Vor­jahr erff­ne­ten Bad Vslau­er Moschee haben drf­te. Geplant sind nach Mek­ka ori­en­tier­te Gebets­ru­me fr Mnner und Frau­en sowie diver­se Sozi­al­ru­me und ein Imbiss-Lokal. Vom klas­si­schen Aus­se­hen einer Moschee (mit Mina­ret­ten und Kup­pel) war bis­lang jedoch nicht die Rede.

hnlich wie in Bad Vslau vor eini­gen Jah­ren gehen nun auch in Wr. Neu­stadt die poli­ti­schen Wogen hoch. Ein­zig SP und Grne ste­hen im Gemein­de­rat hin­ter dem Pro­jekt, vor allem mit dem Bekennt­nis zu Reli­gi­ons­frei­heit und Inte­gra­ti­on. Die ande­ren Par­tei­en sind auf Sei­ten der Anrai­ner, die um ihre Schre­ber­gar­ten­idyl­le frch­ten.

Ein Media­ti­ons­ver­fah­ren wie es auch in Bad Vslau geglckt ist drf­te unumgng­lich sein. In Bad Vslau konn­te im Zuge die­ses etwa ein Jahr dau­ern­den Streit­schlich­tungs­ver­fah­rens, in das alle Par­tei­en und auch der trki­sche Ver­ein Atib (Bau­herr) ein­ge­bun­den waren, die bau­li­che Optik ent­schei­dend vern­dert wer­den. Unter ande­rem ging es um die Her­ab­stut­zung der geplan­ten 25 Meter hohen Mina­ret­te, die auf kaum sicht­ba­re Glasstmp­fe redu­ziert wur­den und heu­te nie­man­den mehr auf­re­gen. Ursprn­glich waren gegen die Mina­ret­te und die Kup­pel im 13.000 Ein­woh­ner star­ken Bad Vslau immer­hin etwa 1600 Unter­schrif­ten gesam­melt wor­den.

Inzwi­schen haben sich die Gem­ter beru­higt: Nach der fried­li­chen und fest­li­chen Erff­nung im Okto­ber 2009 kamen noch eini­ge Schau­lus­ti­ge, um sich die Moschee von innen anzu­schau­en. Sie bie­tet dort ein Bild ori­en­ta­li­scher Pracht, das sich von auen kaum erah­nen lsst. Von auen ist die Vslau­er Moschee sie wird offi­zi­ell als trki­sches Kul­tur- und Sozi­al­zen­trum bezeich­net ein eher schmuck­lo­ses und archi­tek­to­nisch ein­falls­lo­ses Gebu­de.

Die Gemein­de Bad Vslau hat mit dem Ver­ein Atib einen Inte­gra­ti­ons­ver­trag abge­schlos­sen und will von den ver­eins­in­ter­nen Vor­gn­gen infor­miert wer­den. Auer­dem haben sich im Zuge der Moschee-Debat­te eini­ge inte­gra­ti­ve Initia­ti­ven in Bad Vslau gebil­det. Auch die FP, lan­ge Zeit Scharf­ma­cher gegen die Moschee, hat sich inzwi­schen mit die­sem Bau­werk, das gleich neben dem Knig­reichs­saal der Zeu­gen Jeho­vas steht, abge­fun­den.

Dar­ber hin­aus ist alles beim alten geblie­ben: Die trki­sche Com­mu­ni­ty ist in dem Vier­tel beim Bahn­hof wei­ter­hin eher unter sich, und wie die Moschee letzt­lich finan­ziert wur­de bzw. wie viel sie kos­te­te, wur­de bis dato nicht bekannt gege­ben. Offi­zi­ell war von Bau­kos­ten im Aus­ma von 1,5 Mil­lio­nen Euro die Rede. Der Ver­ein Atib hat in Bad Vslau etwa 200 Mit­glie­der.

Die Stadtv­ter der All­zeit Getreu­en knn­ten sich von ihren Vslau­er Polit-Kol­le­gIn­nen wohl eini­ge tzes ber die wei­te­re Vor­gangs­wei­se holen, und die auf­ge­brach­te Bevlke­rung soll­te den Weg nach Bad Vslau nicht scheu­en, um sich die Moschee ein­mal nher anzu­schau­en. Fhrun­gen wer­den gern gege­ben. Und Begeg­nung ist immer noch der bes­te Weg zu einer fried­li­chen Dis­kus­si­on.

Das Bild oben ent­stand bei der sehr bun­ten, folk­lo­ris­tisch, aber auch reli­gis geprg­ten Erff­nung der Vslau­er Moschee im Okto­ber 2009.

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