Barbara Frischmuth in Bad Vslau

Bar­ba­ra Frischmuth, Schrift­stel­le­rin und Brcken­baue­rin zwi­schen den Wel­ten, war zu Gast in Bad Vslau

Frei­tag, 19. Novem­ber, abends in Bad Vslau. Die Gra­fen Fries haben wohl zu klein gebaut. Mit die­sem Scherz spiel­te Bgm. Chris­toph Prinz in sei­ner Begrung dar­auf an, dass im Fest­saal des Schlos­ses kein Platz mehr frei war bei der Lesung der weit ber die Gren­zen von ster­reich hin­aus bekann­ten Schrift­stel­le­rin Bar­ba­ra Frischmuth.

Ver­an­stal­tet wur­de der Abend von der Grup­pe Frau­en­viel­falt. Bar­ba­ra Frischmuth ist bekannt als lite­ra­ri­sche Grenz­gn­ge­rin und Brcken­baue­rin zwi­schen den Wel­ten und Kul­tu­ren. In zahl­rei­chen Arti­keln, Inter­views und Essays the­ma­ti­siert sie die Vor­ur­tei­le und ngs­te vor dem Frem­den und pldiert fr eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen eben­so wie mit frem­den Kul­tu­ren. Das Schls­sel­wort fr Inte­gra­ti­on heit Iden­ti­fi­ka­ti­on, meint sie etwa in der Essay-Samm­lung Vom Frem­deln und vom Eigent­meln (2008). Dar­aus las sie am Frei­tag Abend in Bad Vslau eben­so wie aus ihrem Roman Ver­giss gyp­ten.

Mit Span­nung wur­de die Dis­kus­si­on nach der Lesung erwar­tet. In Bad Vslau, der ster­rei­chi­schen Vor­zei­ge-Moschee-Gemein­de, schwelt das The­ma frem­de Kul­tu­ren wei­ter. Dass es die Grup­pe Frau­en­viel­falt (gegrn­det von Vera Tie­fen­gra­ber) gibt, ist nur ein Beweis des in Gang gekom­me­nen Dis­kus­si­ons­pro­zes­ses.

Bar­ba­ra Frischmuth zeig­te sich als pro­fun­de Ken­ne­rin der ori­en­ta­li­schen Kul­tur. Dass es in der gesam­ten Debat­te um Islam, Chris­ten­tum, Kopf­tuch, Mina­ret­te, Kreu­ze, Reli­gi­on, Kul­tur und sozia­les Leben ein nicht weg­zu­leug­nen­des Aggres­si­ons­po­ten­ti­al gibt, zeig­te die Wort­mel­dung einer mus­li­mi­schen Funk­ti­on­rin aus Wr. Neu­stadt, die das Forum nutz­te, um sich dar­ber zu bekla­gen, dass der Islam hier­zu­lan­de immer nur schlecht gere­det wer­de. Mur­ren im Publi­kum. Bar­ba­ra Frischmuth wies auf die Gemein­sam­kei­ten isla­mi­scher und christ­li­cher Kul­tur hin und for­der­te gegen­sei­ti­ge Kri­tikfhig­keit und weni­ger Emp­find­lich­keit ein. Zur im Raum ste­hen­den Kopf­tuch­fra­ge sag­te Bar­ba­ra Frischmuth, dass sie dar­in nur eine Stell­ver­tre­ter­funk­ti­on fr sozia­le Fra­gen sehe.

In klei­nen Grup­pen wur­de schlie­lich beim von der Stadt­ge­mein­de bereit­ge­stell­ten Buf­fet noch ange­regt wei­ter­dis­ku­tiert.

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