Stille Musik in lauten Zeiten

Pater Karl Wall­ner zeigt die neue CD Vespe­rae. Am 9. Juni ist die Musik in Hei­li­gen­kreuz zu hren.

Die Klos­ter­stil­le des 17. Jahr­hun­derts ist im Digi­tal-Zeit­al­ter ange­kom­men. Man muss sich das so vor­stel­len, sagt der Hei­li­gen­kreu­zer Zis­ter­zi­en­serm­nch Pater Karl Wall­ner: Damals gab es kein Fern­se­hen, kein Face­book die Mnche haben sich viel mit Musik beschftigt, auch kom­po­niert.

Albe­rich Mazak (1609 – 1661) war einer die­ser Musi­ker-Mnche. Er trat 1629 ins Klos­ter Hei­li­gen­kreuz ein und leb­te hier bis zu sei­nem Tod. Von ihm sind eini­ge Kom­po­si­tio­nen im Druck Cul­tus Har­mo­ni­cus erhal­ten, zum Teil nur als Frag­men­te. Das Wie­ner Ensem­ble dol­ce risonan­za rekon­stru­ier­te in jah­re­lan­ger Arbeit die­se Musik, die sogar den Kai­ser­hof begeis­ter­te.

Im Som­mer 2010 wur­den Mazaks Ves­per-Gesnge schlie­lich auf CD auf­ge­nom­men. Mit­ge­sun­gen haben dabei auch Hei­li­gen­kreu­zer Mnche jene Mnche, die mit ihrer CD Chant: Music for Para­di­se 2009 die Charts gestrmt hat­ten. Das zeigt, wie sehr die Men­schen des Digi­tal-Zeit­al­ters sich nach Stil­le seh­nen, sagt Pater Karl Wall­ner. Uns wur­den bis zu 350.000 Euro fr einen Auf­tritt gebo­ten. Aber die Mnche geben kei­ne Kon­zer­te. Sie wol­len den Gebets-Cha­rak­ter ihrer Musik wah­ren.

So waren sie auch nicht zu hren, als dol­ce risonan­za Mit­te April die fast medi­ta­ti­ven Gesnge der CD Vespe­rae erst­mals ffent­lich auffhr­te. Pro­fi-Snge­rIn­nen ber­nah­men den Part der Mnche. Beein­dru­ckend, wie deut­lich jedes Wort zu ver­ste­hen war. Vespe­rae sind Abend­ge­be­te, erklrt ein jun­ger Zis­ter­zi­en­serm­nch im Publi­kum. Und Gebe­te bestehen aus Wor­ten. Die­se Wor­te wer­den durch Musik erhht.

Am 9. Juni wird dol­ce risonan­za die Ves­per-Gesnge mit den Mnchen in der Hei­li­gen­kreu­zer Stifts­kir­che auffhren nicht als Kon­zert, son­dert als Teil der (ffent­lich zugng­li­chen) Lit­ur­gie. Damit wrdigt das Stift Hei­li­gen­kreuz Albe­rich Mazak zum 350. Todes­tag.

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