Der Wienerwald von oben


Höhen­angst ade. Wer sich in Beglei­tung mit dem nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Bal­lon­fah­rer Johann Roi­th­ner in die Lüf­te erhebt, wird weder Angst noch Unwohl­sein emp­fin­den. Der erfah­re­ne Bal­lon­pi­lot erklärt dem NÖ Wirt­schafts­pres­se­dienst, war­um das so ist: „In der Luft kann man total abschal­ten und schwebt mit dem Wind dahin. Es ist ein völ­lig fried­li­ches Erleb­nis, bei dem der Bezug zur Höhe und damit die Angst kom­plett verschwindet.“

Roi­th­ners Bal­lon­fahr­ten wer­den im Groß­raum Wie­ner­wald mit Start­plät­zen in Hei­li­gen­kreuz, Klau­sen­leo­polds­dorf, Alt­leng­bach, Bad Vös­lau oder St. Pöl­ten durch­ge­führt und dau­ern bis zu ein­ein­halb Stun­den. Die Fahrt­dau­er ist abhän­gig vom Wet­ter und von den sich bie­ten­den Lan­de­mög­lich­kei­ten. Die Start­plät­ze wer­den je nach Wit­te­rungs­ver­hält­nis­sen kurz­fris­tig ausgewählt.
Roi­th­ner hat sich als Bal­lon­fah­rer im Jahr 1995 selb­stän­dig gemacht und seit­her rund 600 Fahr­ten durch­ge­führt. Laut dem Nie­der­ös­ter­rei­cher ist das Bal­lon­fah­ren nicht nur die ältes­te Art der Men­schen sich fort zu bewe­gen, son­dern auch noch völ­lig sicher, vor­aus­ge­setzt, man beach­tet die not­wen­di­gen Para­me­ter. „Die Fahrt­vor­be­rei­tun­gen sind sehr umfang­reich. Nur wenn ich grü­nes Licht von Aus­tro Con­trol habe und die Wind- und Wet­ter­be­din­gun­gen stim­men, star­te ich², erklärt Roi­th­ner, des­sen Unter­neh­mens­sitz sich in Hei­li­gen­kreuz, Bezirk Baden, befindet.
Das obers­te Limit für einen gelun­ge­nen Start sind acht Kno­ten Wind­ge­schwin­dig­keit (etwa 13 Stun­den­ki­lo­me­ter). Mit­tels Pro­pan­gas wird die Luft der 4.000 Kubik­me­ter fas­sen­den Bal­lon­hül­le auf bis zu 100 Grad erhitzt. Der Unter­schied zur Außen­tem­pe­ra­tur treibt den Bal­lon in die Höhe, da war­me Luft leich­ter ist als kal­te. Gesteu­ert wird das Gefährt, das 1783 erst­mals doku­men­tiert wor­den ist, allein durch den Wind und das Abküh­len oder Auf­hei­zen der Luft im Ballon.
Roi­th­ner: „Je nach Wind­ver­hält­nis­sen wäh­le ich den Aus­gangs­punkt, um spä­ter in ein land­ba­res Gebiet zu kom­men. Der Rest ist naturgegeben.² Bei einer gebuch­ten Bal­lon­fahrt für einen Geburts­tag oder eine Hoch­zeit kann es mit­un­ter pas­sie­ren, dass ein Start mehr­mals ver­scho­ben wird ­ solang, bis die Bedin­gun­gen stim­men. Bal­lon­fah­rer Roi­th­ner ist stolz dar­auf, dass es in den 700 Stun­den sei­ner Bal­lon-Kar­rie­re noch zu kei­nem wirk­lich gefähr­li­chen Zwi­schen­fall gekom­men ist.
Bal­lon­fah­ren kann man das ganz Jahr über, im Win­ter vor­zugs­wei­se in höher gele­ge­nen Land­schaf­ten – wegen des häu­fi­gen Boden­ne­bels in den Nie­de­run­gen. Die Kun­den des Unter­neh­mers kom­men quer aus allen Gesell­schafts­schich­ten: „Da ist der Gene­ral­di­rek­tor genau­so dabei wie der ein­fa­che Arbei­ter, der sich einen Lebens­traum erfül­len will.² Eine Bal­lon­fahrt kos­tet für eine Ein­zel­per­son 395 Euro. Das Gäs­teli­mit in einem Bal­lon­korb sind vier Per­so­nen (300 Euro pro Pas­sa­gier). Am Lan­de­platz bekommt jeder ein Glas Sekt und wird in den Adels­stand erho­ben, wie es bei einer Bal­lon­tau­fe üblich ist. Roi­th­ner erklärt, war­um sein Beruf so fas­zi­nie­rend ist: „Man schwebt über den Din­gen, es erhebt sich der Geist. Die­ses Erleb­nis der Ruhe und Über­sicht ver­gisst man sein Leben lang nicht mehr.“
http://www.ballonfahrt.at

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