G’schichtl’n aus dem „Gebäu‘ “

Ger­hard Vor­au­er hat hun­der­te alte Auf­nah­men für sein Buch übers Gebäu sortiert.

Das „Gebäu“ – das sind vier Arbei­ter­wohn­häu­ser in der Süd­bahn­stra­ße und in der Arbei­ter­gas­se, wo rund 1000 Men­schen leben. Die meis­ten von ihnen fan­den einst Beschäf­ti­gung in der Leobers­dor­fer Maschi­nen­fa­brik LMF.

50 Interviews

Für sein Buch hat Ger­hard Vor­au­er 50 Per­so­nen über ihr Leben im Gebäu‘ befragt. Nicht immer herrsch­ten hier so gute Wohn­ver­hält­nis­se wie heu­te, da die Wohn­häu­ser alle reno­viert sind. Die kur­zen Anek­do­ten, auf 62 Sei­ten, geschmückt mit alten Fotos und Zeich­nun­gen, die die Kind­heit von einst illus­trie­ren, lesen sich kurz­wei­lig und machen das Leben von damals wie­der leben­dig. Erzähl­te Geschich­te also.

„Machen wir ein Buch!“

Begon­nen hat alles beim 160 Jahr-Fest der LMF vor zwei Jah­ren. Damals hat­te Vor­au­er eine klei­ne Bro­schü­re über das Gebäu gestal­tet, die viel Anklang fand. „Machen wir ein Buch dar­aus“, war die ein­hel­li­ge Mei­nung. Vor­au­er hat­te als Leh­rer vie­le Schü­ler aus dem Gebäu.
Auf­ge­wach­sen ist er selbst nicht hier, son­dern in Bern­dorf, einen Stein­wurf ent­fernt von der Arbei­ter­sied­lung Sechs­haus. „Ich weiß, wie es in die­sen Sied­lun­gen zuging“, sagt Vor­au­er heu­te. Bei­spiel gefäl­lig? „Als die Was­ser­spü­lung auf den WCs ein­ge­führt wur­de, ver­gaß man, die Senk­gru­ben ent­spre­chend zu ver­grö­ßern. Sie gin­gen regel­mä­ßig über – den Gestank kann man sich heu­te nur noch schwer vor­stel­len. Im Win­ter fro­ren die Abwäs­ser zu und wur­den von den Kin­dern zum Eis­lau­fen genutzt.“

Gebäu-Fest am 27. April

Das Buch soll ab 1. April um 15 Euro erhält­lich sein – und kann auch als Bei­trag zum heu­ri­gen Leobers­dor­fer Jubi­lä­ums­jahr (700 Jah­re Markt­recht) ver­stan­den wer­den. Rund 200 Vor­be­stel­lun­gen hat Vor­au­er schon. Am 27. April ver­an­stal­tet er im Volks­heim ein Gebäu-Fest, mit Spei­sen von damals, als das Leben noch weit rau­er war als heute.

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