„Bcher kaufen ist sinnlich“

Robert Ivan­cich vom Kral-Ver­lag Bern­dorf spricht beim Wirt­schafts-Brunch ber die Kon­kur­renz aus dem Inter­net.IMG_9894

Herr Inva­cich, als Buchhndler sind auch Sie mit Kauf­kraft-Abwan­de­rung ins Inter­net kon­fron­tiert. Eine schlim­me Ent­wick­lung?
Robert Ivan­cich: In den letz­ten Jah­ren ist der Trend ver­strkt beob­acht­bar, bei uns bewegt er sich im Pro­zent­be­reich von 10 bis 20 Pro­zent.
Was kann Ama­zon, was der Buchhndler nicht kann?
Ich sag es anders: Der Buchhndler kann eini­ges, was Ama­zon nicht kann. Bei uns bera­ten Ange­stell­te in den Geschften die Kun­den pers­n­lich. Mit einer Maschi­ne ist kein Dis­kurs, kein intel­lek­tu­el­ler Aus­tausch mglich.
Aber fr mich ist das durch­aus oft erschre­ckend die Maschi­ne kann mir sehr wohl Emp­feh­lun­gen machen, eine Sum­me mei­ner bis­he­ri­gen Bestel­lun­gen …
Ja, die Maschi­ne spei­chert viel­leicht Ihre Vor­lie­ben. Sie mgen zum Bei­spiel gern Bio­gra­fi­en oder phi­lo­so­phi­sche Bcher. Aber dann mch­ten Sie gern die Han­si-Tan­te beschen­ken, die ger­ne Hei­mat­ro­ma­ne liest. Da kann die Maschi­ne nicht mehr mit. Da mssen Sie die Buchhndle­rin fra­gen, unse­re Bran­che ist nmlich ber­wie­gend weib­lich.
Ich hake noch mal nach: Woher kommt den­noch der Trend zu Bestel­lun­gen im Inter­net?
Vor­der­grn­dig ist es natrlich bequem, man bestellt vom Schreib­tisch weg, bekommt das Packerl nach Hau­se gelie­fert. Aber schon beim Rekla­mie­ren fehlt etwas. Sie knnen Ihr Packerl zurck­schi­cken, aber nicht dis­ku­tie­ren. Und eines darf man auch nicht ver­ges­sen: Ihre Bequem­lich­keit geht auf Kos­ten von Arbeits­qua­litt. Wir bezah­len Mit­ar­bei­ter, Ama­zon bezahlt Skla­ven.
Wie ant­wor­ten Sie auf den Trend?
Wir ent­wi­ckeln gera­de unse­re eige­ne Home­page www.kral-buch.at neu. Wir wol­len eine eige­ne Filia­le ins Inter­net stel­len und dem Kun­den das Ein­kau­fen bei uns so bequem wie mglich machen.
Wird die Maschi­ne Inter­net eines Tages den Ein­kauf vor Ort, also den Men­schen, ber­rol­len?
Nein, das glau­be ich nicht. Ich bin fest ber­zeugt, dass der Buch­han­del Zukunft hat. Bcher Kau­fen ist auch ein sinn­li­ches Erleb­nis, bei dem man sich ent­spannt, selbst belohnt. Ein Bei­spiel aus einer ganz ande­ren Bran­che: Auch wenn es Mil­lio­nen Star­bucks-Filia­len gibt, wird das gute Kaf­fee­haus ber­le­ben.

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